Karo
»Sing Out, Heart«
[Normoton / Al!ve / VÖ: 16.10.2009 ]
Text:
Benjamin Walter
Ein grandioses Stück Trauer-Pop von internationalem Format mit einer bedrohlich-schönen Stimme. Wir sind schließlich nicht zum Vergnügen hier.
Für Debütalben von Musikern, die bisher eher als stille Stars bescheiden im eigenen Kämmerchen an ihrer Kunst gewerkelt haben, um dann endlich auf der Bühne oder im Plattenladen ins Licht der Öffentlichkeit zu treten, hat die Musikkritik in ihrer grenzenlosen Abgeschmacktheit Zuschreibungen wie "niedlich" oder "charmant unperfekt" erfunden. Die Antithese dazu heißt Karo.
"Sing Out, Heart" ist zwar mit Gitarre, Stimme und einer Handvoll Beats ein spärlich instrumentiertes Werk, aber in seiner kargen Schönheit perfekt umgesetzt: Es klingt schlicht und echt, ohne sich an einer Homerecording-Authentizität festklammern zu wollen, jeder Ton sitzt wie magisch an seinem angestammten Platz. Und darüber thront Karos Stimme, eine Stimme zwischen bedrohlicher Schwere und intuitiver Dynamik, eine Stimme von - na, sagen wir es doch - internationalem Format. Cat Power und Feist sind hier als Referenzpunkte durchaus nicht zu hoch gegriffen. Die ungebrochene Ernsthaftigkeit der zehn durchgängig guten Stücke verlangt dem Hörer alles ab, man sehnt sich nach einer Auflösung der fast feierlichen Stimmung, die manchmal kurz ins Depressive rutscht, doch Karo bleibt bis zum Ende so gnadenlos wie grandios. Wir sind ja schließlich nicht zum Vergnügen hier.
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