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Kings Of Convenience

»Declaration Of Dependence«

[Source / Virgin / EM / VÖ: 25.09.2009 ]

Text: Alexander Jürgs

Bis dass irgendwas sie scheidet: Die Kings Of Convenience haben Meisterwerk-Kompetenzen und zögern nicht, sie auszuteilen.

"Declaration Of Dependence" haben die Kings Of Convenience ihr neuestes Werk getauft. Man muss nicht besonders scharfsinnig sein, um die Botschaft zu verstehen: Da sind zwei, die brauchen sich. Freunde für immer, über die Band hinaus. Und doch so verschieden: Seit der letzten Platte der Kings Of Convenience hat der eine, Erlend Øye, den Kobold von Berlin gegeben, mit seiner Band The Whitest Boy Alive New Wave und Disco versöhnt und bei jeder Party als Letzter vergessen, das Licht zu löschen.


Und Eirik Glambek Bøe? Der fuhr mit dem Rennrad durch Vietnam, begann eine Universitätskarriere, gründete eine Familie. Vor zwei Jahren haben sie sich an einem mexikanischen Strand wieder zusammengetan, um Ideen zu sammeln für das Album, das nun erscheint. Eine weise Entscheidung, denn "Declaration Of Dependence" ist nichts weniger als ein Meisterwerk, ein Brillant der Popgeschichte. In der Gesamtschau könnte man die drei Alben der Band so einordnen: Das Debüt "Quiet Is The New Loud" von 2001 war das Statement, die Behauptung eines neuen Zeitgeistes, das Fahnenschwingen für das "New Acoustic Movement". Ruhig, zurückhaltend, harmonisch - der häufige Vergleich zum Frühwerk von Simon & Garfunkel war zwar nicht besonders originell, aber ungemein treffend. Mit "Riot On An Empty Street" von 2004 wollte die Band dann das starre Korsett des Debüts sprengen. Øye und Bøe ließen die Puppen tanzen, ließen Feist für sich singen und entdeckten den Spaß am Exzess. "Declaration Of Dependence" ist nun ein Zurück - doch die Band klingt jetzt viel voller, viel stärker als auf "Quiet Is The New Loud". Die Stimmen der beiden stehen bestechend präsent im Vordergrund. Manchmal verirrt sich ein Klavier in den entspannten Gitarrensound, ein paar Streicher tauchen auf, die einzigen Percussions: ein Klopfen auf den Gitarrenkörper - ansonsten sind die Stücke auf perfekteste Weise einfach. Wenn man wieder Vergleiche suchen wollte, käme man heute wohl eher auf Tom Jobim oder João Gilberto. Aber eigentlich braucht es das nicht: Heller als "Declaration Of Dependence" hat in diesem Jahr noch keine Platte geleuchtet, nicht einmal die von Stuart Murdochs Soloprojekt God Help The Girl.



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