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Kreidler

»Mosaik 2014«

[Italic / Kompakt / VÖ: 05.10.2009 ]

Text: Felix Klopotek

Kreidler haben schon lange ihren Sound gefunden - und beharren darauf. Wieso sollen sie etwas ändern, was bislang so grandios zwischen Konzerthalle, Laufsteg und Chill-out-Zone funktioniert hat?

Vor 15 Jahren konnte man sagen, das Düsseldorfer Quartett Kreidler (seit 2001 ein Trio) nehme die Mitte zwischen Tortoise und Air Liquide ein - eine Kreuzung aus Postrock und Space-Techno.


Da hat eine Band aus einer kleinen Stadt ihre Nische gefunden. Denkste! Das Infosheet ihres neuen Albums führt eine schier endlose Ehrentafel aus Kooperationen, Veröffentlichungen und Performances der Band auf: Kinder, was haben die alles schon gemacht! Soundtracks, Modeschauen, Ausstellungseröffnungen, Abhängen mit Andreas Gursky. Kreidler sind eine Erfolgsmarke. Man muss das alles angesichts ihres neuen Albums "Mosaik 2014", dem ersten regulären seit fünf Jahren, noch mal erwähnen. Denn "Mosaik 2014" hat etwas rührend Anachronistisches an sich: Das Album hätte so auch vor zehn oder fünfzehn Jahren veröffentlicht werden können. Thomas Klein, Andreas Reihse und Detlef Weinrich pflegen weiterhin ihre übersichtliche Polyrhythmik, sanfte Breakbeats werden mit stehenden Klangflächen konterkariert, den Platz dazwischen füllen Melodiekürzel auf. Die Dramaturgie der neun Stücke ist sehr sparsam und insgesamt recht gleichförmig. Weniger Disco, dafür mehr Lounge. Auch die Stücktitel geben keine Rätsel auf: Das einzig fordernde Tanzstück (samt angenehm dominierendem Bass) heißt "Marauder" (Giorgio Moroder!); und das Stück mit den schweren, satten Drums und dem flatternden Percussionteppich hört - aha! - auf den Namen "Impressions D'Afrique". Der Sinn dieses handwerklich makellosen Albums erschließt sich erst vor dem Hintergrund von Kreidlers Werkgeschichte (deshalb ist es wohl keinem Neueinsteiger zu empfehlen): Kreidler haben schon lange ihren Sound gefunden - und beharren darauf. Wieso sollen sie etwas ändern, was bislang so grandios zwischen Konzerthalle, Laufsteg und Chill-out-Zone funktioniert hat? Das ist konservativ, es setzt sich aber auch über die Wirren der Zeitläufe hinweg.


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