Jochen Distelmeyer vs. Die Goldenen Zitronen - oder: "Heavy" vs. "Die Entstehung der Nacht" Artikelbild (groß)
 
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Jochen Distelmeyer vs. Die Goldenen Zitronen

»oder: "Heavy" vs. "Die Entstehung der Nacht"«

Text: Wolfgang Frömberg
[30 Kommentare]

Liebe, Hass, Musenküsse, neue Band - alles klar, aber wo bleibt die Supernova, auf die alle insgeheim hoffen? Wolfgang Frömberg vergleicht zwei wichtige neue Alben zweier wichtiger alter Künstler.


Jochen Distelmeyer und Die Goldenen Zitronen wissen, wie man Erwartungshaltungen überrumpelt. Nach den ersten zwei Blumfeld-Alben vollzog Distelmeyer mit "Old Nobody" die Wandlung vom Schlagzeilen-Zitatpop zum subtilen P.O.P.-Song. Auf "Testament der Angst" waren es Paranoia und New Wave, die im Blumfeld-Resonanzkörper spukten.


"Jenseits von Jedem" handelte von Isolation und bewegte sich hin zum Folk im Stile eines Radikalindividualisten à la Dylan. Von dort ging es in Richtung poetischer Ensembles wie The Pentangle, schon wurde "Verbotene Früchte" als Entpolitisierung verstanden.

So mag die Freude bei manchem Oldschool-Fan groß gewesen sein, als das erste Stück von Distelmeyers Solodebüt "Heavy" publik wurde. "Wohin mit dem Hass?" erquickt mit Stromgitarren und einer vordergründig politischen Message. Dabei geht es darum, wie man eigene Emotionen an eine Kunstfigur delegiert, also um eine Art von Kunstverständnis, auch wenn sich der Künstler selbstredend irgendwie zur Gesellschaft verhält. Systemkritische Töne werden darüber hinaus in "Hinter der Musik" angestimmt, "Hiob" gibt sich kämpferisch, das innere Schweinesystem zu überwinden. Ungewöhnlich im Repertoire sind Balladen wie "Bleiben oder gehen" oder "Nur mit dir", die Zweisamkeit im Sinne eines eingefleischten Solisten reflektieren und die Waage zwischen dem Intimen und Unheimlichen halten.

Auf der nächsten Seite: Das neue Album von Die Goldenen Zitronen.


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aus Intro #176 (Oktober 2009)
 
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  • sideflick 27.09.2009 | 17:31:02
    professional retard
    dass nun ausgerechneteine die schale weizenbierpantoffel diese beiden alben bespricht, beweist einmal mehr, wie hartnäckig intro daran zu liegen scheint, das gute, subversive schon im keim zu ersticken.


    das zitronenalbum ist nach dem vorgänger eine kleine enttäuschung, aber gut, es sei ihnen von herzen gegönnt, einfach mal faul zu sein und sich kunstmässig als fliessbandarbeiter/recycling bot zu installieren. ganz anders der jochen, der hier vielleicht sein bisher schönstes album abliefert. stichwort reduktion, das album hat eine textliche dichte und formbewußtsein wie lange nicht mehr, hinzu kommt eben der angenehmere, universellere blick auf das problematische innen und aussen. super. denn selbst ein mässiger song wie "er" ist nicht wirklich beschissen, und auch eine überhastete zeile wie die mit der kriegserklärung durch den rattenfänger, die wortwörtlich so von den protofaschisten der fdp stammen könnte, kann man hier verkraften.

  • User: Wolfgang Frömberg
  • Wolfgang Frömberg 28.09.2009 | 22:47:14

    "Eine Supernova (Plural: Supernovae) ist das schnell eintretende, helle Aufleuchten eines Sterns am Ende seiner Lebenszeit durch eine Explosion, bei der der Stern selbst vernichtet wird.", sagt Wikipedia. Und Neil Young meint: "It`s better to burn out than to fade away."

  • User: Legoland
  • Legoland 29.09.2009 | 09:02:54
    love is in the air
    das mag ja sein, aber weder j.d. noch die zitronen wären für so eine metapher gut. haben beide doch schon längst eine altersgrenze erreicht, bei der so ein verhalten der selbstauflösung selten funktioniert.

  • User: schons
  • schons 29.09.2009 | 09:07:06

    protofaschisten der fdp


    was genau ist an der fdp protofaschistisch?

  • sideflick 29.09.2009 | 14:24:17
    professional retard
    die totalitäre auslegung und vorantragung des so genannten "leistung"sprinzip.

  • User: schons
  • schons 29.09.2009 | 15:52:24

    du solltest dich vielleicht mal mit faschismustheorie auseinandersetzen.

  • User: LucTonnerre
  • LucTonnerre 30.09.2009 | 11:09:02

    Mal was zu HEAVY:
    Was ist "Nur mit Dir" bitte für ein Wahnsinns-Song?
    Super.

  • sideflick 30.09.2009 | 15:36:19
    professional retard
    du solltest dich vielleicht mal mit faschismustheorie auseinandersetzen.


    ne ist klar, die bwler partei ist in echt voll liberal und weltgeistig, denn immerhin lässt sich ihr vorturner in den pop bumsen.

  • User: _wahr_
  • _wahr_ 30.09.2009 | 16:18:34
    Hausmeister TUWP

    Und Neil Young meint: "It`s better to burn out than to fade away."


    dafür, dass neil young das vor genau dreißig jahren meinte, burnt er aber ganz schön lange aus. aber bei supernovae dauert das ja auch einige millionen jahre. insofern: ein nullsummenspiel, denn wenn distelmeyer bei seiner, sagen wir, achten solo-lp ausburnt, ist er immer noch ein schneller burner.

  • User: peterbourbon
  • peterbourbon 30.09.2009 | 16:36:54

    Ganz so unterträglich ist das Distelmeyer-Album gar nicht geworden. Muss aber zugeben, dass ihm die schnelleren Mucker-Nummern nicht mehr wirklich zu Gesicht stehen bzw. den alten Prä-OldNobody-Werken nicht das Wasser reichen können. Richtig stark wird Heavy erst bei den emotionaleren Schmalz-Stücken.

  • User: schons
  • schons 30.09.2009 | 17:11:22

    ne ist klar, die bwler partei ist in echt voll liberal und weltgeistig, denn immerhin lässt sich ihr vorturner in den pop bumsen.


    ah ok, alles was dein kleines bauchlinkes studispatzenhirn als böse erachtet, ist also faschistisch?

  • hansmoleman 30.09.2009 | 17:15:40
    ...behaupte ich mal so.
    kevin studiert?
    im übrigen sind die ausgelutschten proll-ressentiments auch nicht geistreicher als als kev's verbale amokläufe.

  • User: Legoland
  • Legoland 01.10.2009 | 09:18:19
    love is in the air

    dafür, dass neil young das vor genau dreißig jahren meinte, burnt er aber ganz schön lange aus. aber bei supernovae dauert das ja auch einige millionen jahre. insofern: ein nullsummenspiel, denn wenn distelmeyer bei seiner, sagen wir, achten solo-lp ausburnt, ist er immer noch ein schneller burner.


    das ist durchaus richtig, nur nahm damals n.j. bezug auf johnny thunders, der es ja nun nicht allzu lang auf dieser unseren schönen welt aushielt.

  • black sheep beuys 01.10.2009 | 11:37:02
    Heart's fear
    "das ist durchaus richtig, nur nahm damals n.j. bezug auf johnny thunders, der es ja nun nicht allzu lang auf dieser unseren schönen welt aushielt."

    Ich denke, bei dem Text von Neil Young ging es auch weniger alleine um das Beispiel des Johnny Rotten - der, ganz nebenbei, auch noch unter uns weilt - oder um Elvis, sondern um das, was sich durch den R 'n R als Ausdruck manifestiert und was etwas bleibendes hinterlässt. Es ist kein Zufall, dass Young in dem Lied "It's better to burn out
    than it is to rust" singt und eines seiner Alben "Live Rust" nennt und so.

  • User: haru_specks
  • haru_specks 01.10.2009 | 12:29:52
    shine on
    jetzt mach ich schon bei neil young-diskussionen mit...

    war es nicht so, dass der leicht verwirrte neil young johnny rotten sagte, aber sid vicious meinte? zumindest hab ich mir das immer so zusammengereimt.

  • User: Legoland
  • Legoland 01.10.2009 | 12:30:35
    love is in the air
    löschen! löschen! bitte alles LÖSCHEN!

    was für einen blödsinn ich manchmal rede. grauenhaft. da stimmt ja hinten und vorne nichts.
    bitte weitergehen, hier gibts nichts zu sehen!!


    ...


    ihr habt natürlich recht. rotten, thunders, rock'n roll!

  • User: haru_specks
  • haru_specks 01.10.2009 | 13:14:47
    shine on
    so ging meine theorie. und dann fand ich gerade dies:

    Unlike Madonna, though, Young seldom changes to stay current. In fact, he often seems gloriously oblivious to post-1960s music. In his most famous lyrics from 1979's powerhouse "Rust Never Sleeps" album -- "It's better to burn out than to fade away … / The king is gone but he's not forgotten / This is the story of a Johnny Rotten" -- Young ignorantly confused the Sex Pistols' recently dead bassist Sid Vicious with Johnny Rotten, their very much living (and highly annoyed) singer.

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