Shannon Wright
»Honeybee Girls«
[Unter Schafen / Al!ve / VÖ: 25.09.2009 ]
Text:
Martin Riemann
[9 Kommentare]
Wie schon auf dem hochgelobten "Over Sun" ist auf "Honeybee Girls" die düstere Stimmung komplett durchgezogen - das Gequälte, Brüchige in Wrights Stimme dominiert auch hier.
Mit ihrer doomigen Folkvariante fordert die Songwriterin aus Atlanta unbedingte Aufmerksamkeit für ihre disparate Erlebniswelt. Als schwierig schält sich dabei aber heraus, dass Wrights Leidens-Manierismen selten glaubhaft rüberkommen, sondern oft in einer Pose gefangen zu sein scheinen.
Das Wort "Trauerarbeit" findet in dem Zusammenhang eine neue und treffende Bedeutung. Rein theoretisch könnte sich natürlich die emotionale Kargheit, die hinter all dem zu stehen scheint, als eigentlicher Knackpunkt des Albums offenbaren. Dann nehme ich alles zurück und behaupte das Gegenteil. Von allem.
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05.10.2009 | 22:05:34
Lieber Martin, hast Du die CD wirklich gehört?
Wie kannst Du sie dann mit Over The Sun vergleichen? (Da waren außerdem noch 2 Platten dazwischen) Over The Sun ist pur, einfach, intim, wie hingerotzt. Geschmackssache. Über diese Platte würde ich deshalb nicht streiten.
Dieses Album ist so sehr anders: Die Stimme ist distanzierter, die Arrangements sind komplexer als je zuvor. Und trotzdem von Brei und Manierismen keine Spur. Da ist oft pure Schönheit zu hören. Kraft. Und, Verzeihung für dieses große Wort: Liebe. Hast Du die Helligkeit, die Farben gehört? Trotz der Todessehnsucht (Smiths-Cover) am Ende. Selbst dort ist Licht. Schade, dass Du das alles verpasst hast.
Hast Du Dich jemals mit Shannon Wright beschäftigt? Mit ihrer musikalischen und textlichen Entwicklung seit Crowsdell-Zeiten? Ich kenne keine Musik, die mehr berührt, ja, und auch mehr weh tut durch ihre Aufrichtigkeit. Und das ist hier unbedingt ein Qualitätsmerkmal. Wenige Künstler, die so kompromisslos sind.
Ich hab Shannon Wright gestern live gesehen. Glaub mir, selbst auf der Bühne war keine Pose. Nur ein Mensch, der erschöpft und in Ansätzen kraftvoll wirkte. Tourmüde. Nicht mal sympathisch, vor lauter Authentizität. Who cares?
Zudem kann das kramphafte Vermeiden von Pose schon Pose sein.
Vorsicht mit persönlichen Anmaßungen in Musikkritiken. Sie hat Dir nie gesagt, sie wolle "Trauerarbeit" leisten. Das unterstellst Du ihr.
Ich verstehe auch nicht jeden Künstler, aber ich weiß, dass ich es bin, der der Blick, das Ohr, der emotionale Zugang... fehlt, nicht der Künstler, der mir zu wenig "gibt".
Wenn sie kein Soulmate von Dir ist, dann schreib doch über andere Leute, denen Du Dich näher fühlst. Denen Du nicht emotionale Kargheit unterstellen musst, nur weil Du ihre Welt nicht fühlst.
Oder - noch besser - schreib über die Musik selbst.
Da haben alle mehr davon. Und werden angeregt, sich ihre eigene Meinung über die CD zu bilden.
Ich finde es auch inhaltlich recht unergiebig, der 180 Grad - Drehung eines Schreibers komplett ausgesetzt zu sein, wenn dieser sein Unverständnis durch kryptische Wendungen kaschieren möchte.
Nun hast Du am Ende hast Du eigenen Worte ausgelöscht.
pulssil 05.10.2009 | 22:52:59
ich möchte das Obige nicht ganz anonym hier stehen lassen...
Christiane Döring
ösel 05.10.2009 | 23:31:36
Polterkowski & Söhne
Hättest du es doch mal besser anonym da stehen lassen...
_wahr_ 06.10.2009 | 08:04:27
Hausmeister TUWPHättest du es doch mal besser anonym da stehen lassen...
warum?
ösel 06.10.2009 | 08:42:20
Polterkowski & Söhne
Oh Verzeihung, kurz hatte ich gedacht, hier sei eine Praktikantin über sich hinaus gewachen...
_wahr_ 06.10.2009 | 09:44:27
Hausmeister TUWP
jedenfalls guter, leidenschaftlicher text von pulssil. um längen besser als das intro-textlein von martin riemann. schade, dass sich pulssil schon wieder abgemeldet hat.
mikekruegerohnein 09.10.2009 | 14:06:00
Mir scheint es auch so, als habe Martin die Platte nicht wirklich gehört... das Album ist melancholisch aber kraftvoll zugleich. Ein berührendes, sehr intensives Werk einer echten Künstlerin. Leider sagt das Review nichts über die Musik aus.
drivenstate 09.10.2009 | 14:13:24
ich bin hier falsch
schön, wie leidenschaftlich hier über ein album gekämpft wird.
da muss ich gleich mal reinhören.
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