Throw Me The Statue
»Creaturesque«
[Secretly Canadian / Cargo / VÖ: 04.09.2009 ]
Text:
Martin Hiller
Mehr Lou Barlow als J Mascis. Mehr "21 Jump Street" als "Twin Peaks". Mehr Blümchen als Herbstlaub.
Nach dem Everybody's-Entzückungsdebüt zaubert die Band um Scott Reitherman nun Album Nummer zwei aus der Hutschachtel. Diesmal weniger Lo-Fi-charming, dafür geht es - dank Phil Ek, der auch schon The Shins, Irving und Band Of Horses produziert hat - klanglich mehr in ebendiese Richtung. Uplifting Westcoast-Indie mit Bläsersätzen und hakenschlagenden Akkorden. Werbemusik für Wassereis. Textlich geht es titelgemäß um das Kreatürliche hinter dem "90210"-Popglitter. So kriegen manche Stücke einen Hau ins Morbide und ergänzen Glockenspiel, Steel Drums und Klavier mit Tribal Beats und pulsierender wall of uuuhs, siehe Bat For Lashes.
In "Cannibal Rays" wird mit schottischem Suburb-Sound und an Belle & Sebastian erinnernden Gesangsphrasierungen versucht, Reithermans Textfluten im Zaum zu halten. "Snowshoes" ist ein Brett mit buzzigem Synthesizer und fernverhallten Telefonhörervocals, die in ihrer nasalen Hochlage gern auch mal an Doug Martsch denken lassen. Bevor sich TMTS dann aber in verspulten Gitarren-Balletten ergehen, wie ebenjener es in seiner Band tut, wird ausgefadet. Mehr Weezer also als Built To Spill. "Hi-Fi Goon" klingt dementsprechend ein wenig wie das lupenreine Update vom blauen Album von Erstgenannten. Musikalischer Kitzel leider nur aufs Cuteste korsettiert. Mehr Lou Barlow als J Mascis. Mehr "21 Jump Street" als "Twin Peaks". Mehr Blümchen als Herbstlaub. Kann man hören und 'ne Fruchtwaffel dazu essen.
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