Joakim
»Milky Ways«
[!K7 / Al!ve / VÖ: 28.08.2009 ]
Text:
Christoph Büscher
Auf seinem dritten Soloalbum lässt es Joakim Bouaziz bereits beim Auftakt kräftig krachen. "Back To Wilderness" - und der Titel ist Programm des achtminütigen unbehauenen Drone-Monsters.
Mit brachialem, monotonem Getrommel, elektronischem Geblubber und durchzogen von Gitarren-Feedback klingt es eher nach Urgewalt als nach Dancefloor. Kein Wunder, dass Joakim in diesem Zusammenhang auf Drone-Doom-Bands wie Earth oder Sunn O))) verweist, auch wenn hier mindestens genauso viel Can und Sonic Youth drinstecken. Wer Joakim, nebenbei auch Betreiber des Pariser Labels Tigersushi, schon von dessen 2007er-Geniestreich "Monsters & Silly Songs" kennt, weiß aber, dass der Franzose nicht nur ein Fan des Psychedelic Rock ist.
Tolle Melodien und Disco-Beats gehören genauso zum Repertoire, wie hier z. B. beim unerhört eingängigen Gesang und den funky Techno-Drums der ersten Single "Spiders" nachzuprüfen ist. Unterstützt von seiner Liveband The Disco, wirft Joakim flotten House und wild wuchernde Soundexperimente zusammen, dass es eine wahre Freude ist. "Milky Ways" entwickelt dabei eine ganz eigene surreale Energie, die gar nichts betont Cleveres oder Inszeniertes hat, einen aber dauerhaft in ihren Bann zieht.
Das Album beginnt ja mit dem eher seltsamen Drone-Track "Back To Wilderness". Was bedeutet dieses Stück für das Album?
Es ist einer der ersten Songs, die ich für das Album geschrieben habe, und auch als Eröffnungsstück für Live-Shows gedacht. Es gibt oft falsche Vorstellungen von meiner Musik, besonders auf der Bühne. Unsere Live-Show ist noch wilder und krachiger als auf den Platten. Dieser Track am Anfang ist daher als Statement und als kleine Warnung zu verstehen. Wenn du diesen Song überstehst, kannst du dir das ganze Album anhören.
Was versteckt sich hinter dem seltsamen lilafarbenen "Ding" in dem Bild auf dem Cover?
Das Cover wurde inspiriert durch die Bilder von John Stezaker. Ich finde seine Arbeiten sehr fesselnd, seine Bilder sprechen das Unterbewusste an, wirken wie Traumbilder. Ich wollte diesen Effekt mit dem lila Ding über dem Gesicht des Jungen erreichen. Du siehst etwas, das du nicht wirklich verstehst. Es ist offen für Interpretationen. Das Album beschäftigt sich mit Jugend, darum der Junge. Und das lila Bild sieht irgendwie "milky" aus, oder?
Wildheit und Jugend scheinen also zentrale Themen des Albums, nicht wahr?
Es sind eher Gefühle, Intuitionen. Ich ziehe eine Parallele zwischen einer verlorenen Wildheit und einer bestimmten Idee von Jugend, die es heute nicht mehr gibt, weil diese Ideen komplett vom System und besonders der Werbung absorbiert wurden. Es geht um Reinheit, Verwilderung, etwas Unkontrollierbares. Heute ist alles unter Kontrolle. Ich kann nicht genau sagen, wie das in die Musik einfließt. Es gibt da einen komplexen Zusammenhang vom Hirn bis hin zur Musik.
Joakim "Milky Ways" (!K7 / Al!ve)
Fan werden? Anmelden oder einloggen!
Artikel kommentieren
» Joakim - Milky Ways für 8.99€ bei iTunes kaufen
» Joakim - Milky Ways bei Amazon kaufen
Mehr Infos
Diese User besitzen die Platte
Kommentare
Artikel kommentieren - Mehr Forumsdiskussionen
Social Network Login

Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
WEITERE PLATTEN
ÄHNLICHE PLATTEN
- » Matthew Dear - Black City
- » Hot Chip - One Life Stand
- » Zoot Woman - Things Are What They ...
- » autoKratz - Animal
- » Märtini Brös - The MB Factor
- » Poni Hoax - Images Of Sigrid
- » Hot Chip - Made In The Dark
- » Supermayer - Save The World
- » Black Strobe - Burn Your Own Church
- » Matthew Dear - Asa Breed



