Mos Def
»Spalter: "The Ecstatic", Pro & Contra«
Text:
linus volkmann,
Martin Riemann
[7 Kommentare]
Wo ist denn eigentlich HipHop im Intro geblieben? Haben die da nicht mehr die Rechte dran? Doch - nur zuletzt seltener ausgespielt. Aber das neue Mos Def-Album hat die Gemüter so bewegt, da soll an dieser Stelle endlich mal wieder eine Battle-Sondersendung her.
PRO
Fuck, welcher big player des original HipHop-Katechismus kann denn eigentlich noch? Die Ex-Provokateure des Mainstream in Text und Story wie Eminem, Public Enemy oder 50 Cent haben längst einen Platz als Business-Idioten und Celeb-Trottel eingenommen, das Conscious Movement stirbt als Accessoire eher in Schönheit, als dass wirklich noch mehr denn Rückzugsgefechte drin wären (selbst Talib Kweli lieferte zuletzt nur Durchschnitt ab) - und der Rest wird sowieso eingequarkt in schändlicher R'n'B-Schönheit aus der Mülltonne der Soundprogramme. Warum sollte Mos Def 2009 von diesem Unbill verschont geblieben sein? Nun, keine Ahnung, aber es ist so.
Der schmale, immer wieder überraschend unbedrohliche MC von der East Coast hat immer noch mehr zu sagen als andere, ohne dabei Sound und Catchiness aus den Augen zu verlieren. Bush ließ er bei dessen zögerlichem Handeln nach dem Hurrikan Katrina ("Katrina Klap") noch schlechter aussehen, als der es ohnehin schon tat, und auch seine Konvertierung zum Islam zeigt, dass Mos Def eben nicht nur den eigenen Blockbuster-Status-quo verwalten möchte.
Und so wirkt das ganze neue Album - die Texte schneiden genauso wie die Tracks dazu. Allein schon der Opener "The Ecstatic": So exzessiv kann man also doch noch klingen - das Stück wirkt fast wie ein Hybrid aus älteren D'n'B-Sounds Marke Roni Size und orientalischen Inspiriertheiten. Und trotz aller amtlichen Innovation, die die Musik sofort derart - Achtung BWL-Talk - unique erscheinen lässt, ist Mos Def weiterhin kein "schwieriger" Album-Autor. Man kommt immer mit, wird blendend unterhalten, das alles ist HipHop zum Mögen. Die Tatsache, dass es inhaltlich wie soundmäßig darüber hinaus noch so viel zu entdecken gibt, macht die Platte aber erst zu einem wirklichen Genre-Highlight des Jahres.
Linus Volkmann
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strngr 21.08.2009 | 19:21:01
Rein aus Interesse: gibt es einen Grund dafür, dass das Album diese Woche sowohl bei Spiegel Online als auch hier besprochen wird, obwohl es seit 2! Monaten überall im Handel liegt?
Was das Album angeht, ist es für mich einfach eine konsequente Weiterentwicklung auf der Basis seiner bisherigen Alben, von denen es verschiedene Elemente enthält. Da gehört für mich auch True Magic dazu, das m.E. zu Unrecht verrissen wurde. The Ecstatic hat seine Längen und Schwächen, präsentiert sich insgesamt aber sehr frisch. Und einer Hip Hop Produktion (ein sehr passendes) Sampling in 1-2 Tracks vorzuwerfen trägt auch nicht gerade eine ganze Contra-Kritik. Das wirkt echt aufgesetzt.
hansmoleman 24.08.2009 | 12:40:20
...behaupte ich mal so.
bestes album seit black on both sides für mein empfinden. wunderbar locker und unmanieriert.
Misname 26.08.2009 | 14:35:41
vorher verfügbar, weil in usa schon eine weile erhältlich und insofern als import durchgesickert.
nun besprochen, weil in der woche der deutsche veröffennetlichugnstermin des albums ist.
album ist ganz und gar zu empfehlen. schlecht war mos def nie, aber hier gibt es ihn variantenreich und energetisch zu hören.
Legalman 28.08.2009 | 15:53:56
Rotweintrinkeraber hier gibt es ihn variantenreich und energetisch zu hören.
Word!
trinitial 27.04.2010 | 08:11:01
Fachverläufer
Mos def beweist, diesmal einmal mehr, das Hip-Hop der sogenannten Rawkus Schule nicht tot zu bekommen ist. Bei der flut von Müllveröffentlichungen ein külles Nass in der Sommerhitze. Keine Mushidos oder Spasssidos. Einfach Jazzorientierter Rapp mit Indietunes...ganz gross. Ja Majors anfang des Jahres 2000, hab ihr euch im Act-Wegkaufen gebatelt..Massiv, etc...Interscope alias Warner holte Mushido etc. Doch ihr habt was vergessen. Dälek waren schon da, veröffentlichten the Absence 2003 auf Ipecac..also wieder Moop Deep und die Season in the Abyss von Slayer, auf den Plattenteller...hehe..;)
trinitial 27.04.2010 | 08:12:46
Fachverläufer
yma 27.04.2010 | 17:00:29
mushrooms & blue cheese
Wenn (Ex-)Rawkus, dann Cymarshall Law, East, Silent Knight, L.E.G.A.C.Y., 6th Sense etc. Mos Def lieferte ein vergleichsweise schwaches Album ab. Dann schon eher Mos Dub
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