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Pissed Jeans

»King Of Jeans«

[Sub Pop / Cargo]

Text: Martin Riemann

Es gibt sicher viele Gründe für Punkrock, aber kaum gute. Zu den wenigen wirklich ehrwürdigen zählen: Hass, zehrende Geilheit und totale Verzweiflung.


Wer seine Lage überblickt oder gar konstruktive Änderungswünsche hat, ist schon nicht mehr im Ring, sondern plant, irgendwo "dazuzugehören". Nicht so Pissed Jeans aus Pennsylvania. Der Bandname deutet schon subtil an, in welcher gesellschaftlichen Ecke sich diese vier Typen wähnen.


Bei ihrem Schaffen lässt sich ein seriöser Übergang von jugendlicher Bocklosigkeit zu reifer Resignation beobachten. Schon im Opener wird einem ein mitreißend wurstiges "Nein" gegenüber dem Common Sense der Alltagskultur entgegengeschleudert. Auch im weiteren Verlauf sind die Verzweiflung an der selbst gewählten Beschränktheit und die Idiotie des Gewöhnlichen ständiges Thema.

Das "Ich" auf "King Of Jeans" verfolgt bei näherer Betrachtung zwar einen ganz normalen Lebensweg, allein durch die Darbietung (hier exzellenter Westcoast-Hardcore à la frühe 80er) wird aber gerade dieses Modell zum Letzten vom Letzten. Die Hölle des immobilen Individuums unserer Zivilisation wird so überzeugend illustriert. Den einzigen Ausweg bietet die gezielte Sabotage der eigenen Existenz. Wer macht noch mit?

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