Pete Yorn & Scarlett Johansson
»Break Up / Back & Fourth«
Text:
Christian Steinbrink
Ein uraltes Albummotiv, von Scarlett und Pete neu aufgelegt: einer jeder Beziehung Lauf. Die Zusammenarbeit führte zu dem besten Album mit den besten Songs, die Yorn je aufgenommen hat.
Pete Yorn muss mit dem Kopf an die Decke geknallt sein, so unvermittelt traf ihn in seinem Bett die Idee, Geburt und Sterben einer Liebesbeziehung neu zu vertonen, und zwar mit Scarlett Johansson in der weiblichen Hauptrolle! Songs waren flugs geschrieben, Scarlett mit ihrem Glück so penetrant konfrontiert, dass sie gar nicht Nein sagen konnte, und ja, das führte zu dem besten Album mit den besten Songs, die Yorn je aufgenommen hat.
Es ist natürlich ein beliebtes Spiel, darüber zu streiten, ob der Filmstar Johansson in der Rolle der Chanteuse etwas taugt. Wenn man aber in alter Punkmanier davon ausgeht, dass man ja gar nicht singen können muss, um gut zu singen, wird diese Diskussion reichlich obsolet. Denn die Schwedischstämmige ist zweifelsohne das, was Chloë Sevigny und Kirsten Dunst leider (?) verpasst haben: nämlich ein Role-Model ihrer Generation Rock. Mit all dem mythisch aufgeladenen Reiz, den man nicht ausradieren kann, auch nicht als Punk. Auf "Break Up" konnte sie aber auch gar nichts falsch machen, zu perfekt hatte Yorn ihre Rolle vorbereitet, zu penibel vorgearbeitet. Seine Idee hat dem Songwriter gut hörbar einen Kreativschub verpasst, denn so sinnlich, so pointiert sind seine Songs vorher nie geraten. Das Album, kaum eine halbe Stunde lang, kommt der Geschichte einer Liebesbeziehung im Sinne von meinetwegen Gainsbourg tatsächlich sehr nahe. Und inspirierte Johansson wiederum, erst danach die schon vor Monaten erschienene CD mit Tom-Waits-Coverversionen aufzunehmen.

Dass Yorn im Übrigen auch noch anders kann, zeigt sein etwa zeitgleich erscheinendes, mit einem Bündel von Saddle-Creek-Musikern aufgenommenes Soloalbum "Back & Fourth". Das enthält nämlich wenig mehr als gewohnte Songwriter-Kost und somit Mittelmaß. Solange er aber immer mal wieder so hart von der Inspiration getroffen wird wie bei "Break Up", ist er für niemanden verloren.
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