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Clark

»Totems Flare«

Text: Thomas Bläsen
[3 Kommentare]

Sucht ihr die Definition von druckvollem Sound? Eine mögliche könnte Christopher Stephen Clarks fünftes Album liefern, "Totems Flare". Zumindest treibt es mit seiner Energie direkt in den Wahnsinn, das dreckige kleine Biest!

Was Clark hier betreibt, ist vor allem ein Spiel mit den Prinzipien der Transformation. Und bei Transformationsprozessen wird neben erstaunlichen neuen Formen stets eines erzeugt und freigesetzt: Energie! Clark transformiert Instrumente wie Synthies, Gitarre, Piano, Schlagzeug anhand genialer Effekte. Dabei brilliert er mit technischer Intelligenz und Raffinesse, ohne dass alles verkopft wirken würde.


Dafür kommen die Soundwände einfach zu direkt und archaisch. Hyperaktiv durchbricht er Schallmauern mit seinen unglaublich pumpenden, überkomprimierten Bassdrums, mit seinen irren Wendungen, seinen Melodien, mit seiner Leidenschaft für den stilistischen Grenzgang.
Seine Energie für "Totems Flare" bezieht, ja, destilliert Clark aus Musiken wie Breakbeat, Rave, Pop und Metal. Ja, ganz recht, Metal. Natürlich in typisch Warp'schem Neucodierungs-Gestus. Dadurch verlangen einem Stücke wie "Rainbow Voodoo", "Luxman Furs" oder auch das absolut wuchtige und stets in seinen Brüchen und Wendungen überraschende "Suns Of Temper" wirklich alles ab. Ähnlich wie Tim Exile kürzlich bastelt Clark nun auf "Totems Flare" zwischen all den Ambientsplittern, dem Rauschen, Rasen, Übersteuern an einem spannenden (Indie/Electro/)Pop-Entwurf. Nur verwischter und nicht allumfassend konzeptuell. "Growls Garden" und das melancholische, aber extrem schiebende "Talis" seien hierfür als Beispiele genannt. Angesichts der zuckersüßen, aber düsteren Harmonien, wilden Breaks und kaputten Gesangslinien entwickelt man bei beiden Tracks schnell eine enorme Suchtgefahr.
"Totems Flare" ist einfach ein Leuchtfeuer. Kann man nicht anders, da muss man sich erleuchten lassen. Oder um es mit Clark himself zu sagen: "Look into the heart of now!" Tut es! Jetzt! Flackert! Transformiert!

Clark "Totems Flare" (Warp / Rough Trade)


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  • User: rockotron
  • rockotron 22.07.2009 | 01:01:10
    lackaffe
    hmmm....so ein richtiger kracher ist die platte nicht.
    kein schlechtes album, aber irgendwie nur "more of the same".
    obwohl das ja eigentlich gar nicht stimmt, nur wenn man die vorangegangene "growls garden ep" als maßstab nimmt. die fand ich seltsamerweise ja sogar richtig gut. "seltsamerweise" deshalb, weil das album letztendlich nur vollzieht, was die ep angedeutet hat: herr clark hat sich (im rahmen seines kosmos) dem pop geöffnet. aber es bleibt insgesamt trotzdem weniger hängen, als beim vertrackten, abgehangenen "body riddle" oder dem frontalangriff "turning dragon". die hits ("growls garden", "gonk roughage") sind eher auf der ep zu finden, in deren kompaktheit die neuausrichtung irgendwie besser funktioniert. oder habe ich das album nur noch nicht entschlüsselt?

  • ösel 22.07.2009 | 01:32:53
    Polterkowski & Söhne
    "Clarence Park" hatte mich umgehauen. So kurz, fies und wunderschön.
    Der Rest... nun ja... Kritikerliebling. Könnte immer etwas weiter gehen, als er muss.

  • BadBrain 22.07.2009 | 15:01:29
    zack! regierung gestürzt.
    die clarence park ist wirklich ein ziemlicher hammer gewesen. nun hab ich die totems flare nur mal nebenbei gehört, aber ich hatte den eindruck (insbesondere im vergleich zur turning dragon), dass die wieder eher in die richtung clarence park geht. irre ich mich da?

    Editiert von BadBrain am 22.07.2009 15:06:06

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