Golden Kanine
»Scissors & Happiness«
Text:
Holger Wendt
Ein Gespenst geht um in Malmö. Mit zehn Armen, zehn Beinen, fünf Köpfen und einem riesigen Körper wirkt das Golden Kanine ziemlich wuchtig.
Unheimlich sind dabei auch die vielen Instrumente, die an allen Ecken und Enden hervorlugen. Mandolinen, Trompeten, Posaunen. Die Liste ließe sich fortsetzen. Doch so unheimlich das Erscheinungsbild des Golden Kanine wirkt, so banal ist auch dessen Erklärung.
Unter Mamas Bettdecke verbergen sich nämlich fünf muntere Gestalten, die sich den Mantel der Diversität übergeworfen haben, um im Spannungsfeld von Indie- bzw. Post-Rock und folkigen Bläsersätzen ihre Version vom Gulag Orchestra abzuliefern. Auf "Scissors & Happiness" wird zusammengeführt, was zusammengehört, nämlich opulente osteuropäische Folklore und eine durchaus skandinavische Experimentierfreudigkeit. Addiert man dann noch die Stimmintensität von Linus Lindvall und Andreas Olrog dazu, welche sich mit aller Tristesse den Niederungen des Lebens hingibt, dann möchte man sogleich freudestrahlend ins Taschentuch schnäuzen und fragen: "Is this happiness?" Wenn ja, dann aber eine sehr melancholische Abart. Es ist fast schon unglaublich, welche atmosphärische Dichte ein Debüt in gerade mal 38 Minuten erzeugen kann.
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