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Steve Bug

»Collaboratory«

[Poker Flat / Rough Trade]

Text: arno raffeiner

Aufmerksamkeitsökonomie mal umgekehrt: Steve Bug ruft sich mit einem angenehm entspannten House-Album nachhaltig in Erinnerung.

Wer seit fast zwanzig Jahren hauptberuflich in Flugzeugen und Taxis sitzt, sollte darauf achten, immer eine Visitenkarte griffbereit zu haben. So kann man sich bei den vielen flüchtigen Kontakten unterwegs nachhaltig in Erinnerung rufen und wird hoffentlich auch fürs nächste Booking wieder angerufen.


Steve Bug hatte zu diesem Zweck in letzter Zeit meist seine "Bugnology"-Mixe in der Tasche, nach mehrjähriger Pause meldet sich der Berliner DJ und Produzent nun mit einem neuen Künstleralbum zurück. Dafür konnte er sich hörbar freimachen von den schnellen, billigen Verlockungen des Strategen-House. Vergeblich sucht man auf "Collaboratory" für die Download-Top-10 zurechtgeschneiderte Massenware. Stattdessen holte Steve Bug mehrere Freunde und Freundinnen in sein Klanglabor - darunter Cassy und Virginia Nascimento für Gesangsbeiträge, Clé und Donnacha Costello für gemeinsame Sound-Experimente sowie Paris The Black Fu, der sich versehentlich an einer Ladung Bass verschluckt -, um angenehm zurückgelehnte, transparent arrangierte Tracks aufzunehmen. So klingt eine sonische Visitenkarte, die man gerne einsteckt.

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