Molotov Jive
»Songs For The Fallen Apart«
[Strange Ways / Indigo]
Text:
Till Stoppenhagen
Molotov Jives "Songs For The Fallen Apart" macht manchmal Spaß, meistens aber nicht: ideenarmes und profilloses Retro-Gerocke.
Kleine Brötchen sollen andere backen: Ihr eigenes "Born To Run" wollen Molotov Jive mit "Songs For The Fallen Apart" abledern. Na gut: Den romantisch-verklärten Rebellen-Gestus des jungen Bruce Springsteen kriegen die vier Schweden auf ihrem zweiten Album ganz ordentlich hin. Gerade am Titelsong des Springsteen-Albums arbeiten sie sich mit einer bewundernswerten Hartnäckigkeit ab, versuchen, seinem bodenständigen Pathos mit rotzigen Gitarren eine eigene Note zu verpassen (unter anderem bei "Bridges Burn").
Das hat durchaus Unterhaltungswert. Aber für den großen Durchbruch, wie er dem "Boss" vor 34 Jahren gelang, wird es mit dieser halbgaren Kreuzung aus The-Band-Standardware und Classic-Rock vermutlich nicht ganz reichen. Wo auf dem Debüt "When It's Over I'll Come Back Again" noch die hektischen 60s-Gitarren die Oberhand hatten, klingt der Großteil der Songs jetzt ernster, schwerer, bedächtiger. Und die schwer erträgliche Ballade "Cecilia And The Love" lädt mit einem Verweis auf Dire Straits' "Romeo And Juliet" sogar zum Fremdschämen ein. Komisches Highlight nach gut 30 Minuten: das breitärschig vor sich hin tutende Horn auf "Epilogue", mit dem Molotov Jive ein Album beschließen, das streckenweise zwar Spaß macht, unterm Strich aber trotz aller Ambitionen ideenarm und profillos dahinplätschert.
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