Tara Jane O'Neil
»A Ways Away«
Text:
Christian Steinbrink
Indie-Outlaw mit Blues und Soul im Herzen, die ähnlich Cat Power längst an der Spitze der Alternative-Charts stehen könnte, wenn sie denn nur wollte.
Wir feiern Cat Power, wir feiern Scout Niblett, Bill Callahan und Soap & Skin; höchste Zeit, dass auch mal Tara Jane O'Neil - schmissiger: TJO - dran ist. Ihr fünftes Album "A Ways Away" bietet dafür mal wieder beste Gelegenheit. Die besonders live so wunderliche wie wandlungsfähige Postrock-Wegbereiterin schafft darauf nämlich schwummrig-verstohlene Folkpreziosen in bester Yo-La-Tengo-Tradition.
Das Hauptaugenmerk liegt dabei, wie öfter mal bei TJO, nicht auf den Songs selbst, sondern auf den so kryptischen wie warmen Stimmungen, die sich David Lynch auch mal anhören dürfte. Darin ist sie ohnegleichen, darin manifestiert sich ihr Image als Indie-Outlaw mit Blues und Soul im Herzen. Sie könnte ähnlich wie Cat Power längst an der Spitze der Alternative-Charts stehen, wenn sie denn nur wollte. Aber "A Ways Away" zeigt: Sie will nicht. Sondern lieber mit irrsinnigem Geläut improvisieren und ihre dunklen Träume vertonen. Diesmal macht sie es Neuhörern aber nicht ganz so schwer und verkneift sich die gröbsten Schrägheiten. Vielleicht reicht's so dann ja auch mal, um einen Blick aus dem Underground hinaus zu riskieren.
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