Jay Reatard - Watch Me Fall Artikelbild (groß)
 
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Jay Reatard

»Watch Me Fall«

[Matador / Beggars / Indigo / VÖ 03.07.]

Text: Christian Steinbrink

Jay Reatard holt alle auf den Boden der Tatsachen zurück, damit seine Songs erst richtig leuchten können.

All der Erfolg, all die Vorschusslorbeeren, der ganze unwirkliche Hype um die eigene Person hat Jay Reatard nicht die Bodenhaftung genommen. Mit "Watch Me Fall" hat er seinem ersten Soloalbum nach diversen, in wenigen Tagen ausverkauften Singles den genau richtigen lakonischen Titel verpasst.


Wie soll man auch reagieren, wenn auf einmal jeder meint, dass Gold sei, was vorher Dreck war? Jay Reatard schreibt mitreißende kleine Poppunk-Stücke, das ist klar. Von dem allerorten beschriebenen Garage-Einschlag kann mittlerweile keine Rede mehr sein, dafür sind die Gitarren über das ganze Album hinweg zu wenig verzerrt, dafür ist seine Stimme zu sauber. Und ganz am Ende, bei "A Whisper", hat er sogar ein paar Streicher eingebaut. Seine Platte macht Spaß, das weiß Reatard, aber sie ist keine wegweisende Heldentat. Muss sie auch nicht. Dementsprechend nimmt er den Abgesang auf den Hype vorweg, und das ist sicher die souveränste Art, damit umzugehen. Dass etwas bleibt, wenn die mediale Konstruktion in sich zusammenfällt, ist sicher. Aufregende Konzerte, pushende Songs eben. Vorausgesetzt, alle kommen erst mal auf den Boden der Tatsachen zurück.



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