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»Outside In«

[Popup / Cargo / VÖ 05.06.]

Text: Helmar Becker

Ob "Outside In" die Erwartungen erfüllen kann, die das Debüt "The Next Small Thing" vor rund drei Jahren geweckt hatte? Während das Debüt sehnsüchtig-atmosphärische Popsongs mit knisternder Elektronik vereinte und eine beeindruckende Tiefe besaß, setzt "Outside In" nicht mehr auf den roten Faden, sondern probiert sich aus. Plötzlich hat das Stück Wolle ganz viele Enden. In den besten Momenten gelingt es .klein, gleichzeitig melancholisch und tanzbar zu sein und so eine Lücke zu füllen, die Werle & Stankowski mit ihrer Trennung im vergangenen Jahr hinterlassen haben.

"Wir sind zu klein, um uns zu wehren, doch wir warten ab - denn irgendwann holt euch die Zeit ein, und wir pissen euch aufs Grab" - könnt ihr die Songzeile zuordnen? Und wie steht ihr zu der Mega-Kokettness eures Namens .klein (inklusive des Slogans: "the next small thing")?
Niko: Der Name .klein war bei unserer letzten Tour Programm. Wir hatten hübsche Tischlampen auf der Bühne und saßen auf behangenen Bierkästen. Es war alles nicht so schick, aber dafür irgendwie stimmig.


Große Gesten sahen an mir schon immer lächerlich aus - oder ich habe mich dabei zumindest erbärmlich gefühlt. Die Schlepperei von Verstärkern und Equipment ging uns auf die Nerven, und wir haben vieles weggelassen, und es wurde besser dadurch. Proberäume haben mich abgetörnt. Lange Zeit haben wir rein akustisch und nur den Laptop über die Stereoanlage gespielt. Die Band passte damit auf Tour in einen Polo. .klein ist nicht nur Understatement - sondern der Bengel hinter der Tarnkappe der Coolness.
Karsten: Schrecklich, schrecklich, aber dank Suchmaschine weiß man ja heute innerhalb von Sekunden, dass das Zitat von den Boxhamsters ist. Schluss mit popkulturellem Insiderwissen ...

Die neue Platte zeichnet sich durch eine unglaubliche Stilvielfalt aus. Wie muss man sich das Songwriting vorstellen: Habt ihr bei jedem Stück alles bis hin zu Sprechgesang mal ausprobiert, oder hat sich alles von selbst ergeben?
N: Das Songwriting ist über einen Zeitraum von zwei Jahren erfolgt. Das heißt, ein jedes dieser Lieder steht für eine Stimmung oder vielleicht Begegnung. Letztlich haben sie sich von selbst geschrieben und sind unter anderem beeinflusst durch die DJs, die allabendlich unterschiedlichste Sachen in der Yoko Mono Bar (Hamburg) aufgelegt haben, dort habe ich quasi gewohnt.
K: Wir haben natürlich vieles ausprobiert, aber nicht versucht, jeden Song in alle Richtungen zu betrachten. Wobei es tatsächlich eher so ist, dass Niko meistens alleine Ideen ausprobiert und der Rest der Band als Korrektiv funktioniert.

Einige der Songs vermitteln richtig Indietronic-Orchester-Feeling - wie setzt ihr das neue Album live um? Jetzt doch mehr Leute oder mehr Technik auf der Bühne?
N: Live spielen wir zu viert, wenn möglich. Dann gibt es neben Gitarren und Bass ein Cello, eine Bratsche, ein Glockenspiel und Percussion - ab und an ein abgespecktes Schlagzeug. Den Laptop nicht zu vergessen. Mir gefällt das Wort Indietronic-Orchester ganz gut - danke dafür. Habe Sufjan Stevens vor drei Jahren im Knust gesehen mit acht Musikern auf der Bühne - das hat mich sehr beglückt.
Nuclear Azam Dune

.klein "Outside In" (Popup / Cargo / VÖ 05.06.)

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