Frau Kraushaar
»Le Salon Is Very Morbidä«
Text:
Martin Büsser
Gefangen in Babel, ein Zusammenprall der Sprachen - Frau Kraushaar ist so etwas wie die experimentelle Kauderwelsch-Version von Stereo Total.
"Politiki Dummes Ficki" - solche Sätze brennen sich ein, man glaubt sie intuitiv zu verstehen, obwohl es sich dabei eigentlich nur um Verbal-Dada handelt. Ihr mal geschmeidiger, mal aufgekratzter Electropop ist zudem so verführerisch gut, dass alle Kolleginnen und Kollegen von Rang etwas von ihr wollen.
Ganz gleich, ob DJ Patex, Melissa Logan, Nova Huta, Felix Kubin, Jim Avignon oder Jacques Palminger, Frau Kraushaar hat mit ihnen allen schon die Bühne geteilt. Wie einst die Young Marble Giants versteht die in Hamburg lebende Künstlerin die Kunst des "Simplifying" perfekt, das Weglassen von allem Unnötigen zugunsten kristallklar funkelnder Popsongs. Mal humorvoll und fast schon albern ("Cats On Crack"), mal politisch fordernd und mal geradezu romantisch mit Kinderlied-Charme ("Kannst du mir verraten") hat Frau Kraushaar eine Platte eingespielt, die mindestens so viel Aufmerksamkeit wie die (ebenfalls famose) Gustav verdient hat.
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