Jeffrey Lewis - Em Are I Artikelbild (groß)
 
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Jeffrey Lewis

»Em Are I«

[Rough Trade / Beggars / Indigo]

Text: Christian Steinbrink



Zwei Songs lang geht Jeff neue Wege, der Rest ist Antifolk pur vom Weltmeister des Genres. Haben die Kommentatoren recht, ist Antifolk jetzt tatsächlich durch, tot, beerdigt?


Den Eindruck kann man jedenfalls bekommen, wenn man hört, wie Genrevorsteher Jeffrey Lewis mit "Signals", einer klassischen Lemonheads-Schrammelnummer, in sein fünftes Album startet.


Danach ist aber wieder vieles wie gehabt: die klassischen, naiv-widerständigen Kimya-Dawson-Gesangsharmonien, ein breites, folkiges Instrumentarium und viel Sinn für Kindlichkeit. Da tut es auch nicht viel zur Sache, dass Jeffreys Bruder Jack mit einem stark an Fugazi erinnernden Stück namens "The Upside-Down Cross" auf die Platte drängte und Jeff das Songkorsett mal links liegen und sich ein wenig gehen ließ. Eigentlich also alles wie gehabt, und das ist völlig okay so. Denn der Reiz der kleinen Songs Jeffreys ist frisch und ungebrochen, und gerade die Texte vermitteln diesen immer noch so autonomen Gestus, der Adam Green mittlerweile leider abgegangen ist. Da macht es nichts, dass auch Jeff mittlerweile im Establishment angekommen ist und Gäste wie J Mascis und Herman Dune verpflichten kann. "Em Are I" ist so lebendig und unterhaltsam, wie es von einem Albumsequel in so engen stilistischen Grenzen kaum besser zu erhoffen wäre.

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