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Niobe

»Blackbird's Echo«

[Tomlab / Indigo]

Text: Lutz Happel



Niobes fünfter Longplayer ist nicht einfach zu fassen, präsentiert sich ihr musikalischer Anspruch doch geradezu universell.


Analog oder digital, klassisch, jazzy, folkistisch oder elektronisch-experimentell - die Wahlkölnerin inkorporiert all ihre Vorlieben zwischen Konservatorium und U-Bahn-Busking in diesen großen Entwurf, der seinen Dreh- und Angelpunkt in einer traumwandlerisch sicheren Stimme findet.


Deshalb attestierte ihr die Kritik öfters mal Überanstrengung. Zu Unrecht, denn jedes der zwölf Stücke vereint auf eine fast schon unheimliche Art und Weise klassisches Songwriting mit einer sehr komplexen Instrumentierung, die immer souverän bleibt, ohne sich auf dem gefährlichen Terrain des Experiments zu verrennen. Da wundert es überhaupt nicht, dass ein ganzer Haufen fähiger Gastmusiker mit ins Boot geholt werden konnte, von New Yorks fähigstem Basstuba-Spieler (TubaJoe) bis hin zu David Grubbs. Wer nach dem stimmlichen Impact einer Leslie Feist sucht, mit einer Instrumentierung, die so gut wie nicht totzuhören ist, der ist hier auf der sicheren Seite. Mutig, vertrackt, intelligent und trotzdem erstaunlich eingängig.

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