Patrick Wolf
»The Bachelor«
[Bloody Chamber Music / Rough Trade]
Text:
Martin Büsser
[16 Kommentare]
In einer besseren Welt wäre Patrick Wolf so groß und beliebt wie einst Soft Cell oder Frankie Goes To Hollywood. Dass er an diesen großen, androgynen Pop der frühen Achtziger anknüpft, stört in seinem Fall kein bisschen, denn all das geschieht mit sehr viel Sophistication, Geschichtsbewusstsein und ist zudem in einen Sound eingebettet, der kein bisschen zurückblickt.
Wenn auf "Oblivion" eine Westerngitarre, ein Kammerensemble und ein Drum'n'Bass-Rhythmus aufeinanderprallen, entstehen Gebilde zwischen eklektizistischer Kunstsinnigkeit und Pop, an denen bislang außer Kate Bush fast jeder Musiker gescheitert ist.
Genau an dieses eigenweltliche "Prinzip Kate Bush" erinnert die Musik von Patrick Wolf inzwischen, ein Gemenge aus Märchen, Legenden und Mythen, musikalisch mutig Altbackenes und Hypermodernes verquickend, ebenso pathetisch wie unberührbar cool. Wolf trifft für seinen Dandy-Pop stets den richtigen Ton und gibt dem Begriff "Bachelor" (Junggeselle), den wir fast nur noch mit einem neuen Studiengang assoziieren, seine alte Bedeutung zurück: Der (noch) nicht gebundene, nicht festgelegte Junge, dessen sexuelle Identität völlig offen ist. Die Musik von Wolf ist nicht "gay", sondern "queer" in dem Sinne, dass sie jede Festschreibung umschifft.
"Gender" wird bei Wolf zum offenen Konzept, aber nicht zum "Paradiesvogel"-Pop, jene wohlwollend diskriminierende Bezeichnung, die sich offen "gay" agierende Musiker und Entertainer immer wieder anhören müssen, zuletzt erst wieder Benny Kiekhäben in "DSDS", dem die Jury das "Paradiesvogel"-Wort gefühlte 50 Mal um die Ohren geknallt hat und damit implizit nichts anderes meinte als: "Schwuchtel, du hast hier nix zu suchen!"
Patrick Wolf könnte vom Alter und Aussehen her selbst noch an einer solchen Casting-Show teilnehmen. Er hat einen anderen Weg gewählt. Den zum souveränen, eigenweltlichen Musiker, dessen Pop derzeit zum Besten zählt, was den Weg in die Charts verdient hätte.
Auch super: Platten in einem Satz.
Termine Patrick Wolf
17.07.2009 Melt!, Gräfenhainichen » Details | Merken
19.07.2009 Gräfenhainichen, Ferropolis » Details | Merken | Anreise
12.08.2009 c/o pop, Köln » Details | Merken
13.08.2009 Köln, Opernterrassen » Details | Merken | Anreise
14.08.2009 Hamburg, » Details | Merken | Anreise
20.08.2009 Pukkelpop, Hasselt » Details | Merken
21.08.2009 Highfield, Hohenfelden » Details | Merken
23.08.2009 Hohenfelden, Freizeitpark Stausee » Details | Merken | Anreise
28.08.2009 Rock en Seine, Saint-Cloud » Details | Merken
29.09.2009 Münster, Gleis 22 » Details | Merken | Anreise
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Intro 12.05.2009 | 15:15:00
In einer besseren Welt wäre Patrick Wolf so groß und beliebt wie einst Soft Cell oder Frankie Goes To Hollywood.
Helldriverin 06.06.2009 | 00:39:19
Endlich gelangt Patrick Wolf ins Introuniversum; wurde auch mal Zeit! Ich wünsche ihm hier interessierte Fans und keinen-Hype. Und: hört auch die ersten Platten!!! DEr Track "Wind in the wires" ist ein Muss!!!!
Viel Spaß!
Reverend 06.06.2009 | 11:19:41
war immer aufrichtig
Vielen Dank!
qwert_zuiopü 06.06.2009 | 15:58:42
@Helldriverin: So ziemlich jeder hier ist vor über 5 Jahren über Intro auf Patrick Wolf aufmerksam wurde und seither gab's zu jeder Platte Stories, Plattenkritiken, Threads, Konzerte,... Wenn es irgendwo einen Hype gibt, dann hier... ;)
Jedenfalls wieder sehr gut das alles und ich freu mich schon auf den zweiten Teil.
rockotron 06.06.2009 | 19:55:53
lackaffe
die fantasy-fotos im booklet sind selbst im patrick wolf kosmos grenzwertig. amüsant allerdings, dass laut credits teile des albums im "the fritzl dungeon" aufgenommen wurden.
ösel 06.06.2009 | 21:07:17
Polterkowski & Söhne
Eher geschmacklos denn amüsant.
Helldriverin 07.06.2009 | 22:12:19
@qwert_zuiopü (was hast du nur für 'nen Nicknamen?? ;-))
Stimmt, hab mir den Artikel von 2005 nochmal rausgesucht; bin tatsächlich im Intro damals auf PW aufmerksam geworden (hätt ja auch der ME, RS sein können).
Dann hab ich's mit The Airborne Toxic Event verwexelt, zu denen Intro noch keine Künstlerseite hat!! Die sind toll!! Hab sie in HH im Mandarin Kasino gesehn!! :)
Reverend 07.06.2009 | 22:21:44
war immer aufrichtig
"verwexelt"?
qwert_zuiopü 08.06.2009 | 09:40:32
Du hast Patrick Wolf mit The Airborne Toxic Event verwechselt? Wo soll denn da ein Zusammenhang bestehen?
Und der Nickname kommt aus Zamonien, auch wenn deutsche Schreibmaschinen vermutlich einen anderen Verdacht haben...
Legalman 08.06.2009 | 13:26:17
RotweintrinkerDu hast Patrick Wolf mit The Airborne Toxic Event verwechselt? Wo soll denn da ein Zusammenhang bestehen?
Sie singen beide auf Englisch?
Sie sind beide nicht schlimm, aber auch nicht so richtig pralle?
Kjell 08.06.2009 | 20:36:17
my favourite bit of criticism
Um mal zum eigentlichen Thema zurück zu kommen - das Album ist ziemlich, ziemlich gut und schon jetzt deutlich besser als der Vorgänger, der bei mir so gar nicht zünden wollte. Richtig gutes Album ist das hier.
john gauner 08.06.2009 | 23:28:15
fukkk offf.
kann ich bisher nur zustimmen. endlich zündet nochmal was von ihm bei mir, seit dem debut. bin überrascht, beim ersten hören vor ein paar wochen fand ich die single etwas bemüht ...
rockotron 08.06.2009 | 23:53:32
lackaffedeutlich besser als der Vorgänger
oh, das kann ich gar nicht sagen. "the magic position" ist mein favorit. da steckte am wenigsten von der ganzen "mittelalter"-nummer drin, die mich dann und wann bei wolf doch etwas peinlich berührt...
nanker 09.06.2009 | 12:56:05
nach lycantrophy wurde der irgendwie immer uninteressanter für mich. nicht schlecht, aber naja auch nicht mehr so gut.
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