The Enemy - Music For People Artikelbild (groß)
 
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The Enemy

»Music For People«

[Warner / VÖ 24.04.]

Text: Christian Steinbrink



Es gibt sie noch, diese klassischen Major-Rockproduktionen: superfett und hochglänzend, all die abgeschmackten Poser-Emotionen evozierend, die großen Gesten standardmäßig eingebaut.


Jetzt ist dem zweiten Album von The Enemy solch ein Bezug übergestülpt worden, die kleinen Kerls waren dafür sicher ein dankbares, weil so unerfahrenes Opfer. Man muss ihnen sogar zugutehalten, dass sie nach ihrem sehr eingängigen Debüt ganz ambitioniert nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten suchten. Mit dem Ergebnis müssen sie jetzt leben: dick überproduzierter 80er-Softrock zwischen The Darkness und Bon Jovi, so leblos wie mackermäßig und mit enorm spannender Hose.

Wie bitte soll man sich diese eigentlich so schüchternen Britpop-Jungs jetzt in ihren neuen Kostümen und mit tief hängenden Gitarren vorstellen? Die sieht man doch dahinter gar nicht mehr! Der Masterplan lässt hier jedenfalls nur zwei Optionen offen: Entweder geht man so an die Spitze oder mit fliehenden Fahnen unter. In jedem Fall ist "Music For ..." aber ein A&R-Verbrechen britischer Handschrift. Und ein musikalisches Debakel.

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