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Depeche Mode

»Spalter: "Sounds Of The Universe", Pro & Contra«

[Mute / EMI / VÖ 17.04.09]

Text: Peter Flore, Wolfgang Frömberg
[75 Kommentare]




"Wrong", die erste Single des neuen
Depeche Mode-Albums, war der heimliche Star des diesjährigen Popbranchen-Events Echo. Ach, von wegen heimlich ... Weiß doch jeder über die Ausnahmestellung der Band Bescheid. Und die Basis? Wie immer: Feiert mit bzw. sägt am Stuhl.

Contra
Wenn man im Jahr 2009 ein Album bespricht, besonders so ein aufgebauschtes Alterswerk wie die neue Depeche Mode mit dem Titel "Sounds Of The Universe", darf man sich ruhig mal vor Augen führen, welches Bild die Popmusik heute abgibt. Ich denke an ein gähnendes Krokodil mit weit aufgesperrtem Maul. Mindestens so weit geht die Schere auseinander zwischen der Old und New School, sprich: einerseits den alten Säcken, die trotz aller Behauptungen von schnell vergänglicher Kunst nicht aufhören können, einen Hauch heißer Luft nach der anderen auf den Markt zu blasen, sowie andererseits den vollkommen überflüssigen Produkten flüchtiger Internet-Hypes, deren Halbwertszeit noch unter der Dauer eines ordentlichen Popsongs liegt.


Depeche Mode und Pet Shop Boys gehören zur ersten Gruppe und bevölkerten jüngst logischerweise die Titelbilder der einschlägigen Magazine für die erfahrene Klientel, wo vorausgesetzt wird, dass dem Publikum allein durch den Wiedererkennungswert der Veteranen ihrer Jugendzeit der Sabber aus dem Maul läuft. Egal, was die jetzt so machen. Da ich als verbitterter alter Sack Depeche Mode nicht nur eine Definition von Sadomaso, sondern auch des Kapitalismus zu verdanken habe ("Master & Servant"), darf ich mir erlauben, festzustellen, dass ich auf eine neue Platte von Dave Gahan, Andrew Fletcher und Martin Gore so sehnsüchtig gewartet habe wie der Sieger einer Tour-de-France-Bergetappe auf das Ergebnis seiner Dopingprobe. Ich wurde nicht enttäuscht: Ketten schon zu Beginn ("In Chains"), furchtbarster WahWah-Rock-Elektronikstyle im selben Song, ledernes Pathos allenthalben und eine drängende Stimme, die vor allem von der eigenen Masche kündet. Klappe zu, altes Haus! Und diesmal für immer, bitte!
Wolfgang Frömberg

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aus Intro #171 (Mai 2009)
 
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  • McKinski 19.04.2009 | 14:08:40

    Ich kann mich nicht entscheiden.

  • User: lamb
  • lamb 19.04.2009 | 14:18:04
    schreibt
    beide kritiken sind irgendwie für'n arsch.

  • wredgefisting 19.04.2009 | 15:15:20
    risiko diabolo
    fromberg ist doch ein fake oder? sowas hat im pop journalismus nix verloren, der soll steuererklärungen für die untere mittelschicht machen. und peter ist wie immer bemüht, aber verkrampft auf dieser tapferer kleiner mann vertritt aufrecht seine meinung masche.

  • wredgefisting 20.04.2009 | 12:13:00
    risiko diabolo
    das album ist vom sound-design her schon ziemlicher hammer, und auch das songwriting ist weit besser als beinahe alles, was ich aus den letzten 5 jahren hören musste. nur ist die stimmung sehr low, sehr dunkel, kaum hymnen, kaum licht.

    aber eben auch nicht mehr dieses völlig uninsprierte synthie-rock crossover geplänkel, das es auf allen alben nach "violator" gab. wenn violator ein langes wochenende auf heroin war, dann ist "sounds..." die erste halbwegs vitale tag nach den tagen der zähen ausnüchterung (wohl die alben dazwischen). fragt sich halt, was kommt morgen?

  • User: Raphael Schmidt
  • Raphael Schmidt 20.04.2009 | 16:09:13

    langweiliges stück musik. Da war exciter noch besser. mit "In Sympathy" aber noch ein recht schönes Lied drauf.

    Eure Kommentare lassen aber genauso zu wünschen übrig wie die Platte, nur mal so am Rande !

  • wredgefisting 20.04.2009 | 19:34:01
    risiko diabolo
    ich glaube, depeche mode machen das richtig. sich selbst ein bißchen ins abseits, weg von der dummheit, schieben und von langweilern als langwielig bezeichnet werden. das ist fast schon sektisch, machen derzeit viele gute typen so.

  • User: lamb
  • lamb 20.04.2009 | 19:47:34
    schreibt
    violator war 'nur' das pillen- und speed-weekend.
    das lange wochenende auf heroin war eher die SOFAD.
    die ausnüchterung ULTRA.
    die ersten behutsamen gehversuche EXCITER.

    und vieles was danach gekommen ist, kann man auch als absolute planlosigkeit bezeichnen. seit 'playing the angel' und 'sounds of the universe' fange ich an, die EXCITER wirklich zu schätzen. aber ich bin ja auch ein langweiliger typ.

  • wredgefisting 20.04.2009 | 20:10:55
    risiko diabolo
    stimmt!

    nochmal vorn vorn: bei "sofad" hatte gahan doch kein spaß mehr am heroin, die liebe war erstmal vorbei und es wurde zähe tragödie. speed und pillen war vielleicht das dabut oder so, "construction time" usw. aber auch egal.


    zum album. mir ist es auch ein bißchen zuviel sound, und leider auch tristesse und klage. das ist alles irgendwie persönlich, soviel offenheit hat diese scheisswelt einfach nicht verdient. macht man besser kaputt, fliegt über sie hinweg oder besser: wie eine rakete in sie hinein. kann doch nicht sein daß die taliban allen guten pop übernommen haben.

  • ösel 20.04.2009 | 21:37:54
    Polterkowski & Söhne
    Eure Sprachbilder sind ja wirklich toll. Muss mir diesen Altherren-Pups somit gar nicht mehr anhören.

  • KochDaniel 20.04.2009 | 22:44:14

    die sprachbilder hier sind wirklich toll da hat der ösel recht ;)

    besonders wenn man die hass triaden auf depechemode.de liest
    diese platte wird gehasst wie keine platte davor

    mir fehlt bei depeche mode in den letzten jahren einfach
    der pop die wunderschönen melodien
    eben die hits
    die fehlen auch auf dieser platte
    aber
    sie klingt wie violator/sofad/musicforthemasses ohne die single hits
    könnte also schlimmer sein
    mann muss sich rein hören

    die platte hat was

  • wredgefisting 20.04.2009 | 22:50:09
    risiko diabolo
    wegen den treibenden melodien, das depeche mode 1990 etwa 20 jahre jünger waren ist euch aber nicht entgangen oder? die sind doch keine beschissenen snickersautomaten auf die man drückt und dann kriegt man sein scheiss fresschen. leistet ihr horste doch erstmal ein einziges mal was in eurem leben, das nicht völlig egal ist.

  • User: lamb
  • lamb 20.04.2009 | 22:52:48
    schreibt

    besonders wenn man die hass triaden auf depechemode.de liest
    diese platte wird gehasst wie keine platte davor


    mit verlaub: völliger unsinn.

    sie klingt wie violator/sofad/musicforthemasses ohne die single hits


    sie kann gar nicht wie oben genannte platten klingen weil alan wilder nicht mehr dabei ist.


    mann muss sich rein hören


    man muss sich manchmal auch menschen schön saufen.

  • wredgefisting 20.04.2009 | 22:54:25
    risiko diabolo
    sie kann gar nicht wie oben genannte platten klingen weil alan wilder nicht mehr dabei ist.


    yeah. dümmster satz ever. natürlich ist das neue album sowas wie die kleine unförmige, alterssenil verquaste schwester von mfm/violator.

  • User: lamb
  • lamb 20.04.2009 | 22:56:01
    schreibt
    du bist die wahrheit, da komm ich nicht gegen an.

  • User: Jimmy The Exploder
  • Jimmy The Exploder 20.04.2009 | 22:59:24
    . . .
    Ich verstehe nicht, warum die neue Platte bei einigen so auf Ablehnung stößt. Sie ist vom Sound her sehr nah am dem, was Depeche Mode in den frühen Achtzigern produziert haben, sie hat einige sehr schöne Momente ("Jezebel", "Fragile Tension", "In Chains", "In Sympathy") und sie ist deutlich besser als der durchwachsene Vorgänger. Dafür, dass die Band bald 30 Jahre im Geschäft ist, sich keine kommerziellen und künstlerischen Flops geleistet hat, ist das doch m.E. eine bemerkenswerte Leistung.

  • wredgefisting 20.04.2009 | 23:02:10
    risiko diabolo
    mal im ernst: ich war echt positiv überrascht von dem album. weil die pet shop boys war doch eher fad ausser der single, abgesehen vom stellenweise etwas zu vollen/gesättigten sound wirklich das beste album seit violator. nur halt von den songs völlig anders. selbst die damals schwermütigen sachen wirken im vergleich mit den brocken hier wie zarte federn. wenn man die band als menschen mag (frevel! künstler sind produzenten die uns konsumenten dienen!), dann kann man schlecht über dieses album herziehen. wers dennoch tut, verpaßt etwas.

  • hansmoleman 20.04.2009 | 23:08:39
    ...behaupte ich mal so.

    diese platte wird gehasst wie keine platte davor


    hmm, die sofad hat sicherlich mehr polarisiert, weil die enggestirne so viel gitarre nicht verkraftet hatten. seinerzeit gab es eine platte von einer combo namens diesel christ, die das album in synth-version einspielten (höchst verzichtbar, versteht sich).


    sie klingt wie violator/sofad/musicforthemasses


    das geht gar nicht, weil diese 3 alben doch recht unterschiedlich klingen.

    wie man den einfluss von alan wilder, auf den alben auf denen er noch dabei war, herausdefinieren soll (abgesehen von den wenigen frühen songs, die er wohl (mit-)geschrieben hatte), ist mir auch nicht so richtig klar. so wie ich dm verstehe, entsteht da doch eher wenig im band-kooperation... (könnte mich irren, also experten bitte vor). fehlen tut wilder vor allem live, wo er damals schlagzeug spielte. an seine stelle ist da leider dieser prollige ösi getreten.

    ---

    hab das album heute das erste mal in guter soundqualität gehört und war recht geplättet von der produktion. vielleicht weniger höhepunkte, bzw. herausragendes als beim vorgänger, dafür aber auch keine totalausfälle wie bei playing the angel.

    Editiert von hansmoleman am 20.04.2009 23:10:13

  • User: Jimmy The Exploder
  • Jimmy The Exploder 20.04.2009 | 23:12:21
    . . .

    mal im ernst: ich war echt positiv überrascht von dem album. weil die pet shop boys war doch eher fad ausser der single, abgesehen vom stellenweise etwas zu vollen/gesättigten sound wirklich das beste album seit violator.


    Ich verstehe allerdings auch nicht, warum viele bei ihrem persönlichen Statement zur Platte oft U2 oder die Pet Shop Boys ins Feld führen (bei depechemode.de zumindest). Nur weil DM, U2 und PSP Pop-Veteranen sind? Musikalisch ist da jedenfalls keine Gemeinsamkeit.

    Editiert von Jimmy The Exploder am 20.04.2009 23:14:00

  • wredgefisting 20.04.2009 | 23:14:05
    risiko diabolo
    das geht gar nicht, weil diese 3 alben doch recht unterschiedlich klingen.


    "violator" und music for the masses" waren sich sehr sehr ähnlich. der bruch mit diesem (bis dahin stufenweise entwickelten, und nun etwas hauruckartig reproduzierten) sound kam mit der etwas überbauten sofad.

  • User: lamb
  • lamb 20.04.2009 | 23:14:41
    schreibt
    @moleman
    die jungs haben die platten im studio eingespielt und alan wilder war derjenige, der mit und ohne produzenten sounds obsessiv verfeinert und den songs den finalen schliff gegeben hat. und das wurde von platte zu platte immer detailverliebter und fanatischer, kurzum: die platten tragen alan wilders handschrift. alan war verantwortlich für den sound, martin hat die lieder geschrieben und sich im studio besoffen, dave hat gesungen und irgendwelche drogen genommen und fletch hat sonstwas gemacht.

    Editiert von lamb am 20.04.2009 23:15:38
    Editiert von lamb am 20.04.2009 23:16:03

  • wredgefisting 20.04.2009 | 23:16:50
    risiko diabolo
    Musikalisch ist da jedenfalls keine Gemeinsamkeit.

    es geht vermutlich um die typische, lichtdurchflutete und gut getextete 80iger jahre hymne jenseits vom onenightstand äh wonder. bands die das seit 20 jahren oder mehr recht beständig machen und daher einfach wichtig sind als zugpferde eines sterbenden märchens.

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