Client
»Command«
[Out Of Line / SPV]
Text:
Nina Scholz
Client sprachen mit ihrem Album "City" 2004 aus den Lautsprechern direkt in die Herzen. Kalte Stimmen, die von minimalen Beats begleitet wurden, gaben die Richtung vor: "It's Rock and Roll and it's never gonna leave me."
Gerade, als es scheinbar nur noch Jungs mit dünnen Beinchen, die aufgewärmte Rockgefühle mit wiederkäuenden Postpunktönen neu erlebbar machten, zu geben schien, entwarfen die drei Frauen von Client die Zukunft. Sie leuchteten mit ihren Taschenlampen in eine noch unbekannte Ferne. Minimal, New Wave und Indierock waren auch noch nicht zu einem Knäuel verwoben. Heute, fast fünf Jahre später, stehen sie da leider immer noch. Schon ihr 2007 erschienenes Album "Heartland" klang wie die B-Seiten-Auskopplung von "City". Nichts Neues war zu hören. Und genauso ist es auch auf dem neuen Album "Command": Am Sound, an der Pose, an den Stimmen hat sich nichts geändert, lediglich die Dichte, die Nachdrücklichkeit und die tanzbare Kälte sind weg. Lieder wie das electroclashige "Satisfaction" sind vielleicht etwas für treue Fans oder Besucher von Depeche-Mode-Partys, die jeder Synthiesound in Kombination mit einem Stampfer zum Tanzen zwingt, aber viel schöner wäre es, sich von Client wieder einmal die Zukunft entwerfen zu lassen.
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