Flo Fernandez
»La Pomme D'Enfer«
[Dian Recordings / Broken Silence]
Text:
Manuel Czauderna
Irgendein Pfeil wird den verdammten Höllenapfel schon treffen. So oder so ähnlich könnte man das Albumcover des Hamburger Singer und Songwriters interpretieren.
Und dann könnte man weiterargumentieren und diese These auf seine Songs übertragen: Irgendein Song trifft sicher - auch wenn andere meilenweit vorbei oder gleich ins Auge gehen. "Hallo, ich bin's / Und ich bin nicht tot / Aber das weißt du ja, du liest ja Zeitung", sprechsingt Flo Fernandez im Quasi-Opener "L'Idée Folle" und beginnt nach einem seltsam verträumten Instrumentalstück leider mit einem der eher belangloseren Songs, die nur vor sich hin plätschern. Ernsthaft schade ist das, weil das Album auch richtig gute Songs bereithält, die mitten ins Schwarze - oder bleiben wir bei der Apfelanalogie: mitten ins Rote - treffen. Das sind vor allem die mit den etwas lauteren Gitarren und die mit dem englischsprachigen Gesang. In diesen leider viel zu seltenen Momenten klingt Flo Fernandez, dessen Vorgänger- und Debütalbum nun auch schon wieder sechs Jahre zurückliegt, nicht mehr nach belangloser Fahrstuhlmusik, sondern nach amerikanischen Vorbildern wie J Mascis oder Evan Dando.
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