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Fever Ray

»Fever Ray«

[Coop / Universal / VÖ 18.03.]

Text: Johanna Uhl

Das Solodebüt der The-Knife-Musikerin Karin Dreijer Andersson beginnt mit dem lebenswichtigsten Artwork des Jahres, gemalt von Martin Anders.

Was bei The Knife die schrillen Farben, ist als entschlossene Grauzone bis in die hintersten Winkel allen Tuns gesickert. Ihr Internet: ein toter Blätterwald; ihre Musik: viele Stufen dicker als das Spiel mit dem Bruder und so düster, dass als Kontrast nur Laser gehen. Kompromisslose Elektronik, Kongas und Schüttellaute nicht als Versteck schöner Melodien, die jeder dahergelaufene Singer/Songwriter mit seiner Gitarre herausgabeln könnte, sondern als Gewicht, das seinen Kopf beim Singen unter Wasser zieht, während das Instrument leise Beats darauf klopft. Den archaischen Grusel, den die hochanonyme Künstlerin mit weltenübergreifendem Gesang verteilt, erklärt sie mit dem zweiten Kind, das sie in der Hauptbandpause bekommen und anschließend in halbbewusster Erschöpfung bewacht hat. Mit M.I.A. könnten postnatale Traumsequenzen bald zum Genre werden; vorerst gehören Zeilen wie "We were hungry before we were born" allein Fever Ray.



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