Green Concorde
»Down The Corridor, To The Exit, Through The Gates, Out Into Safety«
[Pop*U*Loud / Pias / Rough Trade]
Text:
Tobias Mull
Wann war damals eigentlich diese New-Wave-Chose zu Ende? Es weiß ja keiner mehr! Und die neue dauert nun auch schon eine Weile. "Alle Mann aufs Pferd", dachten sich die vier Dänen von Green Concorde und begannen vor zwei Jahren mitzureiten.
So erfolgreich, dass sie es ins Vorprogramm der Arctic Monkeys schafften. Jetzt folgt Album Nummer zwei. Und das bietet wieder leicht zickigen Klaustrophobie-Rock - dieses Mal mit einer Spur weniger Störgeräuschen als beim Debüt. Stattdessen hat die Band diverse elektrische Tasteninstrumente ausgepackt. Für den noch authentischeren 80er-Jahre-Klang. Klappt allerdings nur mal weniger, mal noch weniger. Klar, "Flowers Of Romance" ist eine hübsche Ballade. Aber muss der Keyboard-Käse so stinken? In "Silence And Glass" orgelt's dann sogar interpolig, und der siebte Song, ein erstaunlich langweiliges Wir-lassen-Keyboard-und-Schlagzeug-mal-so-ne-geile-Zeit-lang-herumirren-Stück, heißt doch tatsächlich "Neu". Passend zur Soziophoben-Attitüde schleicht sich am Ende Gevatter Tod als Retter an - und der Schlusstrack "Death" ist mit Abstand der spannendste Song der Platte. Eine zeitlupenhafte Beerdigungszeremonie mit verhallten Gitarren und verhaltenem Gesang. Einen "Soundtrack für orientierungslose Menschen, die nirgends ein Zuhause finden", wollten die Jungs laut Plattenfirma machen. Herausgekommen ist eher ein Psychosen-Tagebuch von orientierungslosen Menschen, die nirgends ein Zuhause finden wollen. Deine Angst ist ihr Business.
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