Neimo
»Moderne Incidental«
[Revolver Distribution Services / Soulfood]
Text:
Holger Wendt
Die Gewinner des Paul-Weller-Lookalike-Contests kommen diesmal aus Paris und verlagern das Gütesiegel Retro-Rock mal eben nach Frankreich, wo es noch um einige Ornamente ergänzt wird.
Neimo sprechen akzentfreies Englisch und haben den Proberaum schon im Jahre 2008 verlassen, um ihn gegen eine Bühne auf dem SXSW einzutauschen. Als Frankreich-Import liefern die vier eklatanten Gitarren-Pop mit angekitschten Synthieflächen und latent-sexuellen Textfragmenten, die zuweilen an Blondie und über weite Strecken an T.Rex und Konsorten angelehnt sind. Alles in allem ist das nicht wirklich neu und bahnbrechend, aber dennoch spricht die Umsetzung für sich. Die Kunde einer französischen Band, die mit britischen Versatzstückchen liebäugelt, hat schließlich auch Jeff Ayeroff, Chef des amerikanischen Indie-Labels Shangri-La, erreicht; und was er da zu hören bekam, gefiel sogar so gut, dass er alles Nötige in die Wege leitete: US-Debüt, Booking auf dem SXSW-Schedule und allerlei Vorschusslorbeeren. Nur: Reicht das auch für good old Europe?
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