Akimbo
»Jersey Shores«
Text:
Ulf Imwiehe
Der Haifisch, der hat Zähne. Und schlägt er Selbige ins zarte Menschenfleisch, so ist dies doch gerne mal ein entsprechend fies tönendes Konzeptalbum wert.
Akimbo aus Seattle verarbeiten auf ihrem sechsten Longplayer eine Reihe von Haiangriffen, die im Jahre 1916 die Küste von New Jersey in Atem hielten, und klingen dabei sogar noch grimmiger und bedrohlicher denn je. Weniger aquatisch und untergründig, als bei einem solchen Thema vielleicht zu vermuten wäre, sondern schartig und eruptiv gemahnt das Trio dabei häufiger an die Säulenheiligen der Epic-Core-Szene, Neurosis, via deren Label sie hier übrigens erstmals publizieren - allerdings ohne deren mittlerweile etwas altersmilden, rauschebärtigen Ökofarmer-Mystizismus. Akimbo erden ihre schlau platzierten ruhigen Passagen lieber in morastig gurgelnden Gitarrenfiguren, statt symbolüberfrachtet das Weltenende herbeizuchanten, und drehen ansonsten sämtliche Regler auf Elf. Dennoch ist das große Vorbild hier, nicht zuletzt vom Spirit her, stets präsent. So ähnlich würden Neurosis wohl klingen, hätten sie sich nach ihrer Brutalo-Phase statt in Richtung ausladenden Apokalypto-Blues' eher gen Speck'n'Grind-Rock orientiert. Drastisch!
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