Dent May
»The Good Feeling Music Of Dent May & His Magnificent Ukulele«
[Paw Tracks / Indigo / VÖ 02.02.]
Text:
Mario Lasar
[3 Kommentare]
Ein Anti-Slacker, der sich anschickt, Tiny Tim den Rang als weltberühmtester Ukulele-Spieler abzulaufen, allerdings ohne dessen charakteristischen Falsett-Gesang nachzueifern - das ist Dent May.
Die Haltung, die hier kommuniziert wird, erinnert an die postmoderne Süffisanz, die Indie-Rock-Bands in den 90ern kultiviert hatten, aber Mays Musik entfernt sich zugunsten lieblicher Folkspielweisen mit Sunshine-Pop-Einlagen weitestgehend von Rockgesten. Es ist immer etwas langweilig und unergiebig zu konstatieren, dass alles, was hier passiert - wie ist es nur möglich! -, NICHT total neu und ungehört klingt, aber Dent May hat seine Einflüsse schön adaptiert. Zuerst dachte ich, er hätte das Gesamtwerk von Harpers Bizarre als Originalpressungen in Mint im Plattenregal stehen, von seltenen Van-Dyke-Parks-Werbejingles gar nicht zu reden, aber mittlerweile scheint es auch nicht so abwegig, May als Jens Lekmans Seelenbruder aus den Staaten zu lesen. Jedenfalls pflegt er eine ähnliche Vorliebe für absurde Situationen ("I fell in love at the academic conference") und nimmt gern die Pose des etwas weltfremden Einfältigen ein, was ja charmant ist. Außerdem steht Herr Lekman der Ukulele ja auch sehr nah.
Im Gegensatz zu den postmodernen 90ern vermitteln Dent Mays Texte durchaus noch Anliegen und Inhalte, nur handelt es sich dabei nicht um pathetische Botschaften, sondern um ausschnitthafte Beobachtungen des Alltags. So entwirft das Stück "College Town Boy" das Szenario eines archetypischen Slackers, das von einem zwischen Hohn und Verständnis unentschiedenen Lächeln begleitet wird. "Girls On The Square" gibt sich bereits in der Titelwahl kaum Mühe zu verschleiern, dass es sich auf "The Girls On The Beach" von den Beach Boys bezieht - ein Eindruck, der vom mehrstimmigen Chorgesang nur verstärkt wird. Dent May schreibt damit die antirockistische Tradition der Unerreichbarkeit von Mädchen/Frauen fort, die den Musikertypus des außen stehenden Nerds begründet hat. Auch wenn das nur eine Masche ist, um nicht mehr außen zu stehen, haha.
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Kommentare
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Hermann Palmer 07.04.2009 | 16:55:03
Wer Tiny Tim und diesen Nobody in einem Atemzug nennt, hat doch eine Schraube locker!
Das Milchgesicht ist ja kaum zu ertragen.
Das läuft doch Gefahr, eines Tages , mit seiner eigenen Ukulele erschlagen zu werden!
Reverend 07.04.2009 | 17:20:09
war immer aufrichtig
Ah, endlich mal wieder ein neuer Troll.
snorej 07.04.2009 | 17:24:30
mit einer ukulele kann man niemand erschlagen, dafür ist die doch viel zu zart.






