Razorlight - Slipway Fires Artikelbild (groß)
 
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Razorlight

»Slipway Fires«

[Universal]

Text: Peter Flore

Erinnern wir uns kurz daran, wie erstaunt und auch ein bisschen enttäuscht wir waren, als Johnny Borrell 2006 fast alles, was das formidable Razorlight-Debüt "Up All Night" ausgemacht hatte, kurzerhand über Bord warf, um mit dem selbst betitelten Zweitwerk eher das Mainstream-, AOR- und Springsteen-Publikum zu beglücken.

Was rückblickend als geglückt betrachtet werden muss. Auf "Slipway Fires" findet sich nun nichts Patti-Smith'eskes mehr, kein "In The City", kein "Don't Go Back To Dalston". Dafür hat Johnny B. jetzt die Sixties und frühen Seventies für sich entdeckt, wie der Track "Tabloid Lover" beweist. Überhaupt hat er allen unnötigen Ballast von sich geworfen, außer vielleicht den, immer noch der Beste sein zu wollen. So ist "Slipway Fires" eine fast nachdenkliche Songwriter-Platte geworden, eine Angeber-Platte, auf der Razorlight zwölfmal die vier Buchstaben L, O, V und E zum Dreh- und Angelpunkt ihrer Songs machen. Was Manowar ihr "Fight" und "Kill", ist Razorlight die Liebe: Nichts geht ohne. Immerhin springen dabei weiterhin passable bis kurzweilige Songs raus, nimmt man den zu dick aufgetragenen Gospel "Wire To Wire" mal aus. Die Simon-And-Garfunkel-Reminiszenz "Go Thompson", der Closer "The House" oder "You And The Rest" machen sich auch im Plattenregal der Eltern nicht schlecht. Für eine Revolte ist das freilich nichts ...




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