Sin Fang Bous
»Clangour«
Text:
Holger Düll
Ist Sindri Már Sigfússons Album "Clangour" nun eigentlich sein Solodebüt oder doch irgendwie nicht?
Fakt jedenfalls: Als sein Seabear-Projekt eher zufällig auf dem Weg zur ersten Platte zur Band wurde, waren die Kreativitätsuntiefen noch lange nicht ausgeschöpft. Zu jenen hat sich der Isländer in seinem Heimstudio in Reykjavík nun völlig allein aufgemacht und auf dem Weg gleich noch alle erdenklichen Instrumente gehoben. Auftauchen! Vom Glockenspiel bis zum Gameboy besitzt nun alles seine Daseinsberechtigung. So bunt und verspielt wie auf dem Cover gibt sich Sin Fang Bous dann auch musikalisch. Verschwenderisch wird arrangiert und ausprobiert, emsig werden Spuren übereinander gehäuft, und selbst die Stimme passt haargenau in ihre effektgefüllte Fuge - na, zum Glück funktioniert das alles komplett ohne Gequetsche. "Distinguierte Naivität, Umarmungen in Pop" nennt der Promozettel das Konzept; "born to be mild, baby", heißt es auf der MySpace-Seite.
In Island fischt man Pop eindeutig nicht aus seichten Gewässern. Spannend jedes Mal, was beim nächsten Song mit um die Ecke kommt. Spannend sicher auch, ob Sindri live ebenso konsequent solo frickelt und woher dann die vielen Schichten auf die Bühne gezaubert werden. Vielleicht doch wieder mit dem Rest der Seabear-Truppe, schließlich steht schon bald deren zweites Album an.
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