Scott Weiland & Wino - Happy In Galoshes & Punctuated Equilibrium Artikelbild (groß)
 
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Scott Weiland & Wino

»Happy In Galoshes & Punctuated Equilibrium«

[Blue Rose / Soulfood & Southern Lord / Soulfood]

Text: Till Stoppenhagen

Zwei Scotts, deren Nachnamen mit Wei- anfangen, zwei Soloalben, zweimal Rock der eher konventionellen Sorte - selten war eine Doppel-Rezi zwingender als hier.

Los geht's mit "Happy In Galoshes", dem neuen Soloalbum von Stone-Temple-Pilots-Sänger Scott Weiland. Wann erschien der Titel eines Popalbums je entlarvender? In wasserfesten Überschuhen gut drauf zu sein: offenbar ein Versuch zu sagen, dass man nur glücklich ist, wenn es regnet.


Klar passt trauriges Wetter am besten zu einem Künstler wie Weiland: familiäre Schicksalsschläge, ein Autounfall, mehrere Heroin-Rehas, der unlustige Pimmelrock des Allstar-Projektes Velvet Revolver. Doch so altmodisch, vergurkt und verzweifelt um Originalität bemüht, wie der Titel den tristen Grundton des Albums andeuten möchte, sind auch die 20 Songs auf den beiden CDs ausgefallen. "Pictures & Computers" und "Beautiful Day" versuchen sich an den späten Beatles, die funky Akustikgitarren auf "Tangle With Your Mind" an den Chili Peppers. Songs wie "Big Black Monster" hat Beck vor zehn Jahren geschrieben - nur besser. Normalen Poprock gibt's auch immer mal wieder, ebenso wie eine unfreiwillig komische Coverversion von Bowies "Fame". Über zu wenig Abwechslung kann man sich hier nicht beschweren, einzelne Songs sind auch okay - das ganze Album ist aber völlig zerfahren und überambitioniert.

"Release me from this world of pain", fordert wie eine Antwort darauf das andere alte Hardrock-Faktotum des Monats gleich zu Beginn seines Soloalbums: Scott "Wino" Weinrich, Mitglied von Saint Vitus, The Obsessed, Spirit Caravan, Hidden Hand und wie sie alle heißen, Harley-Fahrer, Mattenträger. Klar gibt's hier wie erwartet Doom Metal für Genießer. Keine Simpel-Riffs aus dem Black-Sabbath-Baukasten, sondern böse malmende Lärmwalzen mit Hang zum Psychedelischen, zusammengesetzt zu pechschwarzen, sperrigen, knurrigen Songs. Zeitgemäß ist das sicherlich auch nicht - aber faszinierend schön, wenn man einmal den Zugang gefunden hat.



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aus Intro #168 (Februar 2009)
 
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