Arctic Monkeys & Diverse
»Arctic Monkeys At The Apollo & Arctic Monkeys' Matt Helders' Late Night Tales«
[DVD / Domino / Indigo & Azuli / Rough Trade]
Text:
Christian Steinbrink
Wer die Arctic Monkeys mal in der Phase vor Veröffentlichung ihres ersten Albums treffen durfte, wird es kaum geahnt haben: Sie sind mittlerweile vollends in der höchsten Liga des Rock angekommen.
Sowohl kommerziell als auch kreativ und durch realistische Erwartungen für Kommendes. Das bewies neben den Bandalben auch Sänger Alex Turners Seitenprojekt The Last Shadow Puppets, und das beweist nun auch der Film über das Konzert der Monkeys im Apollo in Manchester. Denn Regisseur Richard Ayoade verzichtete darauf, mittels hektischer Kameraführung und übermäßigem Einsatz von Licht billige Effekte von Rockigkeit und Schweiß zu simulieren. Er stellt vielmehr die Grazie einer Band in den Mittelpunkt, die trotz roher Gitarren und toller Popsongs eine artifizielle Distanz zu ihrer Kunst pflegt. Kaum setzt Ayoade den Fokus auf das hörbar überwältigte Publikum, selbst bei nebeneinander geschnittenen Kameraperspektiven liegt die Aufmerksamkeit ganz auf dem außerordentlich gekonnten Spiel der Bandmitglieder.
Dadurch ist dieser Konzertfilm tatsächlich Konzert pur, und die einzelnen filmischen Elemente erinnern oft mehr an eine TV-Studio-Aufzeichnung als an eine Livesituation. Sicher eine vorsichtige, aber geglückte Innovation des Genres.
Die Klasse der Arctic Monkeys zeigt sich nicht zuletzt auch in den Soloaktivitäten ihrer Mitglieder, auch der aus der vermeintlichen zweiten Reihe. Drummer Matt Helders zum Beispiel verdiente sich einige Meriten als Remixer, außerdem legt er nun seinen Mix in der Reihe "Late Night Tales" vor. Hörbar bemüht er sich um eine Geschmack beweisende und nicht zu offensichtliche Zusammenstellung, aber man darf nicht vergessen: Die Jungs sind immer noch erst Anfang 20. Dementsprechend enthält die im übrigen sehr HipHop-lastige Compilation Helders' zwar einige gelungene Kniffe, ist aber auf der ganzen Länge nicht ganz so überzeugend wie vorangegangene Ausgaben. Nichtsdestotrotz ist die technische Komponente des Mixes anstandslos. Und mal ehrlich: Wer hätte mit 20 Jahren das lexikalische Wissen besessen, ein doch ziemlich ansehnliches Mixtape wie dieses zusammenzustellen? Ich sicher nicht.
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