Pelle Carlberg - The Lilac Time Artikelbild (groß)
 
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Pelle Carlberg

»The Lilac Time«

[Labrador / Broken Silence]

Text: Klaas Tigchelaar

Den Beweis dafür, dass Pelle Carlberg trotz aller Melancholie auch gerne mal albern ist, muss man nicht lange suchen. "1983 (Pelle & Sebastian)" heißt sein erster Song für das dritte Album "The Lilac Time".

Hat er also gemerkt, das mit dem Vergleich. Aber es geht noch weiter, denn das Album-Booklet zeigt Pelle, Pferde und Kinder in Form von fünf quadratischen Postkarten, komplett mit Strichellinien für den Empfänger. Texte über blöde "Animal Lovers" oder Fluglinien-Bashing wie "I'll never fly with you again Ryan" in "Fly Me To The Moon" sind sardonistisch und hoffnungsvoll zugleich, ein Zweifelnder, der sich trotzdem einen Rest Optimismus bewahrt. Den scheint er gebraucht zu haben, denn für Pelle lief es vor dem Album nicht so gut. Genug Pech, Zweifel und Trübsal hat er jedenfalls sammeln können für zehn neue Songs, deren oberflächliche Fröhlichkeit immer auch eine deutlich bittere Note trägt. Erst durch seine gradlinig-autobiografischen Texte wächst Pelle über den Status des leicht schrägen und gerne pfeifenden Singer/Songwriters mit Band-Status hinaus. Musikalisch gibt es gewohnte Kost: Jingle-Jangle-Gitarren, rudimentäre Beat-Begleitung und einen immer leicht erkältet wirkenden Pelle, der sich durch schnelle und langsame, ruhige und ruppigere Songs croont und dabei keine Zeitgeist-Metapher auslässt. "But if I ever get happy, I won't give a fuck" hieß es noch auf "In A Nutshell", und solange er das glaubt, darf man noch auf viele traurig-schöne Pelle-Alben hoffen.








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