Ani DiFranco - Red Letter Year Artikelbild (groß)
 
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Ani DiFranco

»Red Letter Year«

[Righteous Babe / Rough Trade]

Text: Vanessa Romotzky

Ani DiFranco, das ist kein Geheimnis, produziert Musik, wie sie atmet. Ständig, es gibt sie nicht ohne. Und dass es diesmal bis zum nächsten Album mit neuen Songs verhältnismäßig lange zwei Jahre gedauert hat, liegt wahrscheinlich auch nur daran, dass sie dafür in der Zwischenzeit eine Tochter auf die Welt gebracht hat.

Natürlich spiegelt sich dieses Ereignis auch auf dem Album - textlich explizit wie in den Songs "Present/Infant" oder "Landing Gear", aber auch in der Stimmung des gesamten Albums - wider. Der spröden, zweiflerischen Schönheit der letzten Platte wird hier ein Gefühl von Wärme und Zufriedenheit hinzugefügt. Das heißt natürlich nicht, dass sie jetzt ausschließlich über ihre Zufriedenheit sänge - die kritische Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten um sie herum ist wie immer auch auf diesem Album Thema. Politisches und Privates wurde von DiFranco, auch lyrisch, nie getrennt. Und sie rüttelt sich selbst immer wieder wach, wie es bei "Present/Infant" heißt: "I've got myself a new mantra / it says: don't forget to have a good time / don't let the sellers of stuff / power enough / to rob you off your grace / love is all over the place / there's nothing wrong with your face."
Neben Anis Gesang und Gitarrenspiel wurde viel Platz gemacht für Streicherarrangements, Percussions und Sounds. Für das vollmundige Ergebnis zeichnet Anis Partner und Produzent Mike Napolitano (u. a. Twilight Singers) mitverantwortlich, der das Album ko-produziert hat. Manche Songs, so zum Beispiel "The Atom", klingen tatsächlich richtig dramatisch. Nichts ist auf dieser Platte wirklich neu - allerdings (und ist das nicht schön?) klingt es mitunter so.







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