Daniel Martin Moore
»Stray Age«
[Sub Pop / Cargo / VÖ: 10.10.2008 ]
Text:
Frank Schuster
Es gibt Dinge, die werden sich niemals ändern. Zum Beispiel, dass Sänger, die ganz alleine, ganz versponnen zur Akustikgitarre singen, einen mitten ins Herz treffen können.
Wem jetzt zu viel Lagerfeuerromantik aufflackert, dem sei gesagt: Der junge Debütant Daniel Martin Moore ist zwar ein Folkie, aber keiner der Wald-und-Wiesen-Art, er ist es in dem Sinne, wie es der frühe Cohen und Nick Drake waren. Also eher ein Singer/Songwriter mit großstädtischen Themen, die einem schrägen Off-Hollywood-Film entspringen könnten. Abseits des Hauptstroms zwar, aber nicht zu schräg: Daniel Martin Moore ist ein eher leiser Zeitgenosse, kein Vertreter der sonst aus den USA kommenden schrilleren, nicht ganz punkfreien, lauteren Folk-Spielarten Antifolk, Freak Folk, Weird Folk. Tatsächlich sind fast alle seine mit sanft gehauchter Stimme vorgetragenen Stücke nur von seiner zart gezupften Akustikgitarre begleitet, hier und da spielt mal jemand Standbass oder streicht eine Violine. Impressionistisch hingetupfte Klangbilder mit viel, viel Raum der Ruhe dazwischen. Wie lautete so schön die vor einigen Jahren ausgegebene Parole? Quiet is the new loud. Moore kann man dann sicher einen quiet troublemaker nennen.
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