Pit Er Pat - High Time Artikelbild (groß)
 
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Pit Er Pat

»High Time«

[Thrill Jockey / Rough Trade]

Text: Martin Büsser

Wo ist denn all das Kleinteilige geblieben, der Artrock-Faktor bei Pit Er Pat? Die laufen ja inzwischen richtig gut durch, fast so geölt wie Stereolab.

Waren Pit Er Pat bislang so etwas wie King Crimson auf niedlich, haben sie nun neue Saiten aufgelegt, die nur noch bedingt progressiv und kaum mehr niedlich sind. Auf der einen Seite wird verstärkt mit Elektronik gearbeitet, auf der anderen sind sehr viele Exotica-, Latin- und Easy-Listening-Elemente hinzugekommen. Diese werden jedoch nicht ungebrochen eingesetzt. "High Time" ist vielmehr melancholisch und reizend versponnen zugleich. Während Bläser und alte Synthies ein Gefühl der Behaglichkeit erzeugen, nimmt sich der hohe Gesang, fast eine Fistelstimme, wie ein Fremdkörper aus, wirkt verwirrend entrückt. Pit Er Pat gelingt es, eine ähnlich "tierische" Stimmung wie Animal Collective zu erzeugen, ihre Musik bleibt dabei jedoch luftiger. Zudem wird mit zahlreichen asiatischen und afrikanischen Instrumenten experimentiert, von Tempel-Gongs bis zum Balafon (ein afrikanisches Xylofon), wobei Pit Er Pat weder traditionelle Musik zu kopieren versuchen noch in einen Weltmusik-Mix verfallen. Es handelt sich vielmehr um ein scheues Herantasten an neue musikalische Ausdrucksformen, das eine gewisse Unsicherheit nicht verleugnen kann. Doch genau darin besteht der Charme.








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