Pope Joan - Hot Water, Lines & Rickety Machines Artikelbild (groß)
 
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Pope Joan

»Hot Water, Lines & Rickety Machines«

[One Inch Badge / Al!ve]

Text: Thomas Renz

Rom im April 858. Während einer Prozession stürzt Papst Johannes VIII. zu Boden und bringt ein Kind zur Welt. Seine Anhänger sind entsetzt: "Der Pontifex ist ja eine Frau! Eine Unverschämtheit!" Und so wird die Päpstin entweder gelyncht oder in ein Kloster eingesperrt - was genau passiert ist, weiß wohl nur Aiman Abdallah.

Auch Pope Joan aus Brighton sind nicht ganz das, wofür man sie zunächst hält: Auf den ersten Blick unterscheiden sie sich nämlich kaum von den vielen britischen Indie-Bands vor ihnen. Ihre zackigen, etwas unterkühlten Songs werden jedenfalls keinen tanzwilligen Discobesucher aus dem Rhythmus bringen. Trotzdem sind Pope Joan anders. Zusammen mit dem Team von "Galileo Mystery" konnten die folgenden Besonderheiten ausgemacht werden. Erstens: Durch den gelegentlichen Einsatz von Acht-Bit-Spielereien und eines Drum-Computers vertreibt die Band geschickt den Muff von tausend Epigonen von der Tanzfläche. Und zweitens: Wie in der Legende um die fiktive Päpstin haben auch Pope Joan nur bei den besten Gelehrten studiert. Der Verweis auf Fugazi ist zwar etwas hoch gegriffen, dass sie das dicke Kapitel über Post-Hardcore zumindest überflogen haben, allerdings nicht zu überhören. Zur urban legend wird die Band mit ihrem Sound trotzdem nicht werden.







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