Squarepusher - Just A Souvenir Artikelbild (groß)
 
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Squarepusher

»Just A Souvenir«

[Warp / Rough Trade]

Text: Thomas Bläsen

Tom Jenkinson bringt uns im Auftrage seines Alias' also ein Andenken mit. Soso. Wo er wohl unterwegs war? Und: Was hat er da für uns im Gepäck? "Just A Souvenir" ist Squarepushers dreizehntes Album - und bricht mit den Erwartungen, die der sehr eingängige und auf den Punkt gebrachte Vorgänger "Hello Everything" geweckt hatte.

Denn das aktuelle Werk stellt eine aufwühlende Reise zu einem Planeten dar, der vor unserer Zeit existierte. Auf diese Reise geht er mit Captain Future (wegen des Raum-Zeit-Kontinuums, das es mit Space-Funk zu überbrücken gilt - logisch, oder?), Robert Fripp, Philip Glass, Brian Eno und den letzten verstreuten Mitgliedern der Band Gong. Doch bevor er diesen Planeten erreicht, macht er sich ohne seine imaginäre Crew erst mal locker und scannt sich den funky Opener "Star Time 2" zusammen, bei dem man denkt: "Oh! Squarepusher goes Disco-Funk?!" Ganz recht - nur eben übersetzt in seinen eigenen musikalischen Code. So geht's auch weiter. Selbst gezupfter Bass, Gefrickel, Robo-Vocoder-Stimmen und jede Menge Genie, Wahn, ja, Heiterkeit. Dann, nach vier Stücken, werden die Special Guests aktiv: Track #5, "Delta-V", als Startimpuls. Und man wundert sich: Planet Prog? Ist es das, wo wir gelandet sind? Ja, Klappe halten und Trip genießen. Das ist abwechslungsreich, aufregend und nicht immer ganz unanstrengend. Im Vergleich zum Vorgänger, auf dem er seinen Trademark-Sound aus Drill and Bass, Jazz und abstrakter Elektronik für den Hörer sehr geöffnet hatte, ist dieses Time-Warp-Album ein zum Teil krachiges, aber stets seltsam fröhliches Experiment, damit sich der Genius in Squarepusher vermutlich nicht langweilt ...


Letztlich aber ist dieses Album gar nicht so überraschend, wie man anfangs meinen könnte. Denn Squarepushers eigentliches Referenzmaterial wird hier an der Wurzel gepackt und vollkommen stringent vom Damals ins Heute transferiert. Ein relativ ähnliches Album hatte vor einiger Zeit mal Donna Summer (der, nicht die) abgeliefert, wenn auch Breakcore-lastiger und noch verrückter. Mit ihm zusammen schreit er es in die Welt: "Prog's not dead!" Okay? Weitermachen!



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