The Vines - Melodia Artikelbild (groß)
 
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The Vines

»Melodia«

[Cooking Vinyl / Indigo]

Text: Till Stoppenhagen

Wenigstens eine Sache richtig gemacht: ein lang gezogener crunchy Akkord aus dem Röhrenverstärker, ein schneller, stereotyper Classic-Moderate-Melodic-Punk-Riff, ein Sänger, der sich mit seinem Genäsel in Gallagher'sche Höhen der Schnöseligkeit schraubt und auch thematisch um alles andere als Kuscheligkeit bemüht ist: "C'mon Get Out, God Don't Need You" - der Opener des neuen Vines-Albums "Melodia" macht Laune.

Retro-Rock genau nach Plan, nach der Blaupause aller The-Bands der letzten Jahre, The Datsuns, Jet - die Schiene. Ob man das noch braucht, ob man das ernst nehmen oder drüber lachen soll - völlig wurscht, Geschmackssache, der eine liebt's, der andere mag's, der Dritte findet's scheiße. Wenn so eine Band auf ihrem vierten Album noch ein paar schmissige Zweiminüter für die nächste Indierock-Ü-30-Party abwirft, kann man sicherlich schon von einem Erfolg sprechen. Und das gelingt den Vines gelegentlich ganz gut. Die Balladen dagegen träumen zu oft von den frühen Oasis, trauen sich dann aber nicht so richtig, sondern lassen es nur bei einer vorsichtigen Andeutung. Und sonst? Harte Gitarren, (oft) angenehme Hooks, demonstrative Schnodderigkeit, deutlicher Wille zum Anecken, verdichtet auf handliche 30 Minuten. Muss man nicht haben.







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