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Rocky Votolato / John Dear Mowing Club

»The Brag / John Dear Mowing Club«

[Barsuk / Indigo / Hazelwood / Indigo]

Text: linus volkmann

Also, ich werde "Lagerfeuer-Indie" als Zuschreibung verwenden, obwohl beide Alben offiziell unter "Alt.Country" fungieren dürften.

Doch was sollte schon offiziell sein im Genre-Dschungel der Versehrten, an dessen Eingang ohnehin so was steht wie "Sie verlassen jeglichen offiziellen Sektor"? Genau. Rocky Votolato wurde von Chris Walla (Death Cab For Cutie) auf dessen Label geholt, und dies sollte man getrost als Referenz verstehen. Dass Indie hier tatsächlich ein bisschen zum traurigen Cowboy wird, dafür sorgt schon allein der üppige Einsatz der Mundharmonika.

Das Image des einsamen Reiters (auf dem kleinen Pferd) wird nie ironisch gebrochen, Melancholie ist eine ernste Sache und dabei auch richtig schön. Die Stimmung bleibt, die Wahl der Mittel variiert beim John Dear Mowing Club: Statt der Outdoor-Authentizität der Mundharmonika gibt es ein warmes Keyboard, dafür zieht der Sänger mit dem zitternden Conor-Oberst-Timbre unterm Strich doch noch mehr Richtung Drama. Das Drama ist dadurch aber so ein Pfund, dass es an einigen Stellen mit Humor lustvoll gebrochen wird (ein Stück heißt auch gleich "Donald Duck Suit"). Kunststück, der Club ist gerade auch als Backing-Band von Daniel Johnston unterwegs, ebenfalls ein Mann fürs Lächeln im Schmerz.



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aus Intro #166 (November 2008)
 
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