Metronomy
»Nights Out«
[Warner]
Text:
Henrik Drüner
[5 Kommentare]
So könnte sie aussehen, die Popmusik der Zukunft. Metronomys "Nights Out" ist eine unglaublich experimentierfreudige Ausgeburt, die endgültige Revitalisierung von Disco in Form einer schöpferischen Fusion von Electrobeats und Popmelodie.
Geschaffen hat diesen Entwurf vorrangig Joseph Mount, der bislang als Remixer (Goldfrapp, Sebastien Tellier, Klaxons, Franz Ferdinand, Gorillaz oder Kate Nash) in Erscheinung trat und jetzt mit Gabriel Stebbing und Oscar Cash gemeinsame Sache macht. "Dance & Romance" prangt über dem Album, das die Leichtigkeit und die treibende Dynamik des Pop verströmt, gleichzeitig aber auch höchst eigenwillige Sounds bereithält: fernöstliches Gebimmel, Atari-Gepiepse und fahriges Melodica-Gedrücke, das ganze Programm.
Als prägnantes Beispiel dient die erste Single "Heartbreaker", bei der sich präzise Synthesizer-Sounds und Gitarrenlicks harmonisch mit der fragil-melancholischen Gesangsmelodie verbinden. Ein Fest, auf dem auch Freunde von Hot Chip, LCD Soundsystem oder Hercules And Love Affair ihren Spaß haben. Ebenso bei "Radio Ladio" mit seinem hormonell gesteuerten Songtext-Slogan ("Hey young girl, you've taken my breath away / So, what's your name? You've taken my breath away"), der gebetsmühlenartig wiederholt wird und sich immer stärker ins Gehör gräbt. Auf dem Weg: Was macht eigentlich Taylor Savvy? Metronomy feiern in jedem Song ihre bewusste Ablehnung von konformen Strukturen und gängigen Klangelementen. Aber fragen wir doch mal bei Joseph Mount nach.
Stellen Pop-Süße und zerstörende Sounds bei euch zwei Seiten einer Medaille dar?
Alle unsere Lieblings-Pop-Platten haben diese gewissen störenden Ecken an sich. Ganz egal, ob ein Song darauf herzzerreißende Themen behandelt oder total fremdartig ist wie zum Beispiel Laurie Andersons "O Superman" [1981, #2 der britischen Singlecharts]. Ich glaube, dass es gerade diese schrägen Feinheiten sind, die einen Song so attraktiv für den Hörer machen.
Wie sieht es mit der Musikszene in Brighton aus? Gibt es ein Netzwerk, oder hilft nur die Flucht nach London?
Hier in Brighton ist es ziemlich isoliert, wie auf einer Insel. London dagegen ist wesentlich akzeptierter, wenn es um neue und interessante Sounds und Bands geht. Aber um ehrlich zu sein: Es ist im Grunde total egal, wo du lebst. Letztendlich hast du eh Kontakt zu den gleichen Musikern.
Der NME bejubelt eurer Album als "The best dance album of 2008" und verwendet dabei Adjektive wie "frenetic, clever and very awesome". Seid ihr bereit für den großen Durchbruch?
Ich bin bereit, aber ich fürchte, da wird nichts draus. Ich glaube, dass wir ein bisschen zu sehr mit dem Konzept brechen, das bislang große Bands hervorgebracht hat. Aber die nette Geste vom NME ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung. Unser Trumpf: Auf der Bühne haben wir manchmal noch Sparkle Motion dabei, eine Tanzgruppe, bestehend aus Oscars Freundin und ihren Freundinnen. Sie sind viel besser als wir und haben eine tolle Choreografie und alles.
Metronomy "Nights Out" (Warner)
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Kommentare
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Deine Eltern 24.11.2008 | 23:14:09
Ich glaub die Platte ist echt was besonderes unter den ganzen Newcomern. Scheint so, als ob sie etwas untergegangen wäre. Gibt's weitere Meinungen?
Miss Sugary Tea 24.11.2008 | 23:16:50
to serve man
METRONOMY!!!!!!!!!
Ich liebe sie ein bisschen. Hach.
taxidermist 24.11.2008 | 23:52:23
ich schließ mich an. toll.
nanker 25.11.2008 | 12:40:30
schwankt irgendwie je nach track zwischen wirklich toll und totale scheiße.
au ralenti 25.11.2008 | 12:54:28
quoi que tu fasses...
stimmt.
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