Bohren & Der Club Of Gore - Dolores Artikelbild (groß)
 
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Bohren & Der Club Of Gore

»Dolores«

[Pias / Rough Trade]

Text: Martin Büsser

Die Behauptung, dass jedes Bohren-Album nur die konsequente Fortsetzung des vorherigen sei, könnte missverständlich, nämlich zu Ungunsten der Band ausgelegt werden.

Es ist aber eher als würdigendes Lob gemeint. Denn was hätten Bohren & Der Club Of Gore denn nach "Midnight Radio" (1995) machen sollen, einem Album, das in seiner Versunkenheit und Trancehaftigkeit ganz und gar vollendet war? Wie soll makellose Schönheit noch verschönert werden?


Nun gut, sie hätten radikal das Genre wechseln können, zum Beispiel künftig nur noch Black Metal einspielen. Nichts gegen Black Metal, aber zum Glück haben sie es nicht getan. Zum Glück haben sie in all den Jahren immer nur zaghafte Veränderungen an ihrem Sound vorgenommen, manchmal zum eigenen Nachteil - der Einsatz von standardisiertem Kuschel-Saxofon, leider auch ab und an auf der neuen CD -, manchmal zum eigenen Vorteil: Auf "Dolores" ist Kirchenorgel hinzugekommen. Na klar, denkt man sofort, passt wie der Arsch auf den Eimer! Warum ist die Band nicht schon früher drauf gekommen?! Schließlich ging es Bohren, wenn ich das Konzept richtig verstanden habe, doch immer schon darum, ein Gefühl der Erhabenheit zu erzeugen. Das übrigens hat diese ruhigste, kontemplativste Musik des Planeten dann doch mit Heavy Metal gemeinsam. Schön, dass sie wieder da sind. Noch da sind.



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