Chase The Dragon
»Replacing Space«
Text:
Oliver Minck
Das Duo aus Magdeburg lässt bereits aufhorchen durch die eher ungewöhnliche instrumentale Konstellation: Robin Kellermann singt und spielt Gitarre, Mathias Schieweck spielt Piano und ist für die Synthesizer- und Streicher-Arrangements zuständig.
Da eigentlich keine Beats vorkommen, mutet die Geschichte prinzipiell schon mal recht elegisch und balladesk an. Zunächst muss man ganz kurz mal an die ruhigen Momente von Linkin Park denken, bevor bei denen das Geschrei losgeht, auch deshalb, weil Robin mit seiner süßen, hellen Stimme eine Bereicherung für jede Boyband wäre. Die komplexen Arrangements und Songstrukturen lassen dann aber doch eher auf "Kunst" schließen.
Richtigen Rocksäuen mag das alles viel zu gestelzt und überkandidelt vorkommen, doch: Das Niveau, auf dem sich Chase The Dragon bewegen, ist ein sehr hohes und duftet nach klassischem Musikkonservatorium. Beeindruckend: In "Streets Of My Hometown" singt Robin wie ein waschechter Countertenor zu perlenden Pianoläufen - und zwangsläufig schmilzt man dahin. Zwischen 90er-Britpopballade und Schubert haben Chase The Dragon ihre Nische gefunden. Bleibt zu wünschen, dass auch Hörer dorthin finden.
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