Popular Damage
»Top Hits Of The USA«
[Download EP // Electroreptil / www.populardamage.com]
Text:
arno raffeiner
Am liebsten würde ich mich hinsetzen und alles noch mal ganz langsam von vorne erklärt bekommen. Pardon, aber einem alternden Herrn wie mir wird vor lauter Tempo und Farbe und Ungestüm schnell mal schwindelig im MySpace-Musikparadies.
Wie war der Name noch mal, Public Image Ltd.? Ach so, nein, Popular Damage - ganz ohne Limits. Klingt auch gut. Und hat, wie man hört, bereits die vierte EP in nur einem Jahr am Start. Höchste Zeit für eine kleine Notiz auch im Steinzeitmedium Musikzeitschrift. Die Release-Rhythmen sollen ruhig immer wahnwitziger werden, solange nicht auch der Hype-und-schon-wieder-vergessen-Rhythmus genauso Gummi gibt. Bei Popular Damage braucht man sich da keine Sorgen machen, denn trotz Veröffentlichungswut geht das umtriebige Berliner Trio an seine Musik nicht ran wie eine Horde Burn-out-Junkies. Das ist toller Jetzt-Pop mit ausgeklügelten Arrangements, die sich trotzdem fluffig ins Ohr schmiegen und da erst mal hängen bleiben.
Rätselhaft ist nur, warum sich der Titel "Top Hits Of The USA" so überseefixiert gibt, trifft es doch der kleine Sprung über den Ärmelkanal viel besser. Sängerin Nadine Raihani stellt ihren leicht affektiert britischen Akzent ins Spotlight, so schön wie zu besten Stone-Roses-Zeiten. Dazu malen New-Order-Synthies den Hintergrund rosig mit Melancholie aus. Trotzdem ist alles immer tanzbar wie EMF. Damit nähern Popular Damage bunten Electro-Punk endlich wieder der großen Popklassik. Ihr wisst schon, die vom Ende der 80er, als ich mich noch Jungspund schimpfen durfte.
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