DJ Spooky
»Sound Unbound«
[Sub Rosa / Al!ve / VÖ: 25.07.2008 ]
Text:
Christoph Büscher
Er ist der große Verknüpfer, eine postmoderne Kontextmaschine, die sich überall bedient und alles in neue Zusammenhänge stellt. Dabei beschränkt sich DJ Spooky nicht nur auf Musik, sondern mixt auch Kulturtheorie und Kunst, wo er nur kann.
Jüngstes Opus ist ein bei MIT-Press erschienener Essay-Band zum Thema Sampling und digitale Kultur. Auf der Begleit-CD, via Sub Rosa auch einzeln erhältlich, gibt es dazu einen Nonstop-Mix aus Musik- und Tondokumenten der letzten hundert Jahre in obskuren Gegenüberstellungen. Atemlos sampelt sich Spooky quer durch die Kulturgeschichte und stellt Dada (Raoul Hausmann, Schwitters, Hans Arp) neben Interviews mit Marcel Duchamp und kurze Auszüge von klassischen Elektronik-Pionieren wie Luigi Russolo, Pierre Schaeffer oder Raymond Scott, moderne Vertreter wie Aphex Twin oder Sonic Youth neben Sun Ra und lässt gar Satie auf James Joyce bzw. William S. Burroughs auf Iggy Pop treffen. Wie das alles zusammengehört, diese Antwort bleibt er - auch ganz postmodern - natürlich schuldig. Die Punkte verbinden muss der Hörer selbst, aber mit etwas Fantasie und Hintergrundrecherche macht das sowieso mehr Spaß und erhöht nebenbei das Interesse am gleichnamigen Buch.
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