Ulrich Schnauss - Goodbye Artikelbild (groß)
 
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Ulrich Schnauss

»Goodbye«

[Independiente / Rough Trade]

Text: arno raffeiner

Ulrich Schnauss glaubt an die Utopie. Brüche, Verfremdungen, Allzuweltliches haben in seinem schwelgerischen Klanguniversum keinen Platz.

Diese idyllisierende Vorstellung von Musik als einer vollständig autonomen und heilen Parallelwelt wirkt anrührend naiv. Schnauss' Auffassung von Romantik ist vormodern, klassisch geradezu. Der Augenblick, der für immer verweilen möge, ist das große Thema seiner mäandernden Electronica-Songs: die Ewigkeit, die Immerheit im Widerstreit von Festhalten und Loslassen. "Gone Forever" hieß ein zentrales Stück auf seinem letzten Album, diesmal ist es, ins Positive gewendet, "Love Forever". Der Äther wird so mit Wabern und Dröhnen vollgestellt, bis sich nichts mehr fortbewegt. So entstehen unter dem Abschiedsmotto "Goodbye" lauter Songs als Gegenmacht zur Vergänglichkeit.


Genauso klassisch und pathetisch wie dieses Thema ist die Umsetzung. Alle Dämme sind gebrochen, alles fließt. Genau so müssten My Bloody Valentine in einem Elektronikwunderland klingen: wie in einen Ozean aus Quecksilber getaucht. Das Leuchten und Flirren der Klänge ist überall. Oben, unten und noch ganz weit in der Ferne. Wer sich in so viel dickflüssigem Pathos nicht einfach nur haltlos und weggespült fühlt, möge eintauchen in dieses Klangbad und sich treiben lassen. Bis in die Immerheit.



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