Sten
»The Essence«
Text:
arno raffeiner
Sten ist Peter M. Kersten in konkret. Mit diesem Pseudonym verzückt der Hamburger Produzent nicht so sehr die Traumtänzer wie mit seinem anderen, bislang bekannteren Alias Lawrence, sondern hat damit umso genauer den realen Dancefloor im Blick.
Und offensichtlich kann es immer noch konkreter werden, zugleich aber auch weiter, ausladender. Dial-Platten hatten bisher zwar keinen einheitlichen Label-Sound, verbreiteten aber doch immer eine Stimmung, die man sofort zuordnen konnte - diese gewisse Unschärfe und Melancholie. Das scheint sich gerade ein wenig zu ändern. Mit seinem zweiten Sten-Album hat sich Peter M. Kersten deutlich der House-Vision von Efdemin, Carsten Jost und Pigon angenähert. Der spezielle Dial'sche Nebelschleier hängt bei "The Essence" noch über der Szenerie sich rastlos bewegender, schwitzender Körper, doch er lichtet sich zusehends. In ihren Strukturen sind die Tracks sehr simpel und überschaubar. Sie geben sich traditionsbewusst - so besingen etwa Querflöten die Erinnerungen an Bobby Konders' "Poem".
In den einzelnen Details und auch in ihrem Gesamtsound ist diese Musik aber ungemein raumgreifend. Deepness ist ein hohles Wort, überstrapaziert und abgenudelt. Sten jedoch braucht es gar nicht: Seine House Music dehnt sich in der Horizontalen. So weit, dass man ihr Ende gar nicht hören kann.
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