Monotekktoni - Different Steps To Stumble Artikelbild (groß)
 
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Monotekktoni

»Different Steps To Stumble«

[Sinnbus / xx]

Text: Thomas Bläsen

Tonia Reehs (alias Monotekktoni) Ansatz, experimentelle elektronische Musik zu einem übersteuerten, verzerrten Mikrokosmos von meist graden, harten Beats und eigenwilligem "Pop" zu verschmelzen, ist nach wie vor so interessant wie schwer zugänglich.

Sie erfüllt dabei auch auf ihrem vierten Album spielend und spielerisch eine der elementaren Anforderungen an Underground-Musik: nämlich, dass diese verschlüsselt, mit dem Rücken zum Publikum gewandt, erst mal schlecht lesbar bleiben soll. So weit, so gut. Und es wird noch besser: Monotekktonis Einflüsse sind nämlich neben einer gesund-ungesunden Portion Wahnsinn so unterschiedliche Heroen wie Alec Empire oder Steve Reich. Zwischen Experiment, Pop, Distortion und dem Willen zur kompromisslosen Expressivität pendelt sich dieses Werk ein und entfaltet nach und nach eine, man muss es leider so klischeehaft formulieren, "hypnotische Wirkung". Ist man auch manchmal beim ersten Hören geneigt, ihr Artiness zu unterstellen, so muss man doch nach einer kleinen Eingewöhnungszeit zugeben, dass man es sich damit verdammt viel zu einfach machen würde. Denn Monotekktoni scheint nicht so sehr von konzeptuellen Gedankenspielen inspiriert zu sein, sondern vielmehr vom Leben an sich. Vom direkten, unmittelbaren Strom der Dinge. Und in genau diesen Strom zieht sie auch den Hörer hinein und liefert aus. An sich selbst, an seine gestörten Gewohnheiten und Wahrnehmungsmuster.


Dabei ordnet sich die Berlinerin stilistisch weder unter noch ein, das Einzigen, dem sie zu folgen scheint, ist das selbst auferlegte Diktat der klanglichen Originalität. So stellt letztlich jeder der zwölf Tracks des Albums eine Herausforderung als auch ein Angebot dar. Das einzige nicht ganz so geglückte Experiment scheint mir Track neun, "Nicht stolpern, bitte", auf dem sie eine etwas verstörend-sperrige Mischung aus Deutsch und Englisch singt (erinnert ein wenig an frühe Blumfeld-Lyrics). Aber, hey, was soll's!? Haut sie doch mit den letzten beiden der insgesamt zwölf Tracks, "Copacabana" und "I'm A Wheelchair", eben einfach nochmals zwei echte Perlen ganz unterschiedlicher, überraschender Art heraus.
Wer Xiu Xiu und Alec Empire mag, könnte sich hierin verlieben!




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